Die Weihnachtskrippe – Dreidimensional inszenierter Glaube

0. Einleitung

Wer sich für die Herkunft der Weihnachtskrippe interessiert und dabei auf die Idee kommt, unter dem Wort „Krippe“ im Duden nachzuschlagen, erfährt, dass diese westgermanische Substantivbildung „Flechtwerk, Geflochtenes“ bedeutet, und ihre indogermanische Wurzel „drehen, winden, flechten“. Das Wort „Krippe“ bezeichnet also zunächst den geflochtenen Futtertrog und ging dann auf hölzerne oder steinerne Futtertröge und Futterrinnen über. Die alte Bedeutung im Sinne von „Flechtwerk“ ist noch in der fachsprachlichen Verwendung des Verbs „krippen“ enthalten, was „eine Deich- oder Uferstelle durch Flechtwerk schützen“ bedeutet.

Die im Deutschen existierenden Wortzusammensetzungen wie „Krippenspiel“ oder „Kinderkrippe“ hängen direkt oder indirekt mit der Weihnachtskrippe zusammen. Sie meinen entweder das Spiel von der Krippe oder deuten die beschützte Situation allegorisch aus. In der Verniedlichungsform Krippchen bezeichnet das Wort – vornehmlich im Rheinland – als Sammelbegriff die Puppenbühnen, die das Krippenspiel u.ä. übernommen hatten (vgl. Hänneschen-Theater).

Im Rheinland ist das Wissen darum, dass es nicht nur Weihnachtskrippen gibt, eher nicht vorhanden. Im Süddeutschen und in den Alpenländern sind aber Passions- und Osterkrippen zum Teil noch präsent. Im Allgemeinen steht „Krippe“ für „Weihnachtskrippe“ und meint das gesamte statische Szenario der Geburtsdarstellung, zu der die eigentliche Krippe, in die der Neugeborene gebettet wird, gehört.

Im Folgenden möchte ich auf der Basis der biblischen und außerbiblischen Berichte erst kurz den geistesgeschichtlichen Hintergrund zur Entwicklung der Weihnachtskrippe aufzeigen, um dann die einzelnen Elemente der Krippendarstellung zu deuten. Abschließend soll das mit der Krippe verbundene Brauchtum kurz angerissen werden.

1. Biblischer Bericht


1.1 Das Matthäus-Evangelium bietet die älteste Darstellung der Kindheit Jesu. Es beginnt mit einem Stammbaum Jesu (1,1-17), der nachweisen soll, dass Jesus der Erbe der Verheißungen ist, die an Abraham und David ergingen. Es folgt die Darstellung der Geburt Jesu (1,18–25)

1,18 Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes.

19 Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

20 Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

21 Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

22 Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:

23 Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, /
einen Sohn wird sie gebären, /
und man wird ihm den Namen Immanuel geben, /
das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

24 Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

25 Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

Dem Geburtsbericht folgt die Huldigung der Sterndeuter (2,1-12):

2,1 Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem

2 und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

3 Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.

4 Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.

5 Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:

6 Du, Betlehem im Gebiet von Juda, / bist keineswegs die unbedeutendste / unter den führenden Städten von Juda; / denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, / der Hirt meines Volkes Israel.

7 Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.

8 Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

9 Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.

10 Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.

11 Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

12 Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Das Matthäus-Evangelium berichtet dann die Flucht nach Ägypten (2,13-15) und den Kindermord in Betlehem (2,16-18), die Rückkehr aus Ägypten (2,19-23) und dann erst über Johannes den Täufer (3,1-12).

1.2 Die Kindheitsgeschichte Jesu wird in den kanonischen Schriften bei Lukas am ausführlichsten überliefert. Nach einem Vorwort (1,1-4) beginnt der Evangelist mit der Verheißung der Geburt Johannes des Täufers (1,5–2,25) und der Verheißung der Geburt Jesu (1,26-38), „Mariä Verkündigung“ in der kirchlichen Terminologie. Es folgt der Bericht über den Besuch Marias bei Elisabeth (1,39-56), „Maria Heimsuchung“. Daran schließt sich die Schilderung der Geburt des Täufers (1,57-80). Nach dieser mehrfach gegliederten Vorgeschichte kommt die Schilderung der Geburt Jesu (2,1-20):

2,1 In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.

2 Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.

3 Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.

4 So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.

5 Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.

6 Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,

7 und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

8 In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.

9 Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr,

10 der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:

11 Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.

12 Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.

13 Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:

14 Verherrlicht ist Gott in der Höhe / und auf Erden ist Friede / bei den Menschen seiner Gnade.

15 Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.

16 So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

17 Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.

18 Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.

19 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

20 Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

Danach folgt der Bericht über die Beschneidung Jesu und das Zeugnis des Simeon und der Hanna (2,21-40) und die Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel (2,41-52).

Wer in diesen biblischen Berichten Teile der Krippendarstellungen vermisst – Ochs und Esel, die Hebamme und Salome – bemerkt, dass es wenigstens eine weitere Quelle geben muss, die unseren Vorfahren wohl bekannt war.

2. Außerbiblische Berichte

2.1 Apokryphe

2.1.1 Neben den kanonischen Schriften, also jenen Bestandteilen der Bibel, die im 2. Jahrhundert zum Kanon, dem Neuen Testament, zusammengestellt wurden, tradierte man die Apokryphen, also jene in Stil und Inhalt an die biblischen Bücher angelehnten Schriften, die nicht in den Kanon eingefügt worden waren. In unserem Zusammenhang relevant ist zunächst das so genannte Protoevangelium des Jakobus, das etwa in der Mitte des 2. Jahrhunderts entstanden ist und Maria lobpreist – ein Beleg für die frühen Anfänge der Marienverehrung. In den ersten zehn Kapiteln wird von Joachim und Anna, den Eltern der Maria, erzählt, dann von der Geburt und der Erziehung Marias und ihrer Übergabe an Joseph. Die Kapitel 11 bis 16 berichten von „Mariä Verkündigung“, „Maria Heimsuchung“, Josephs Entsetzen angesichts der unerklärlichen Schwangerschaft Marias und der Prüfung der Priester, die keine Sünde an Maria und Joseph fanden. Kapitel 17 schließlich erzählt von der Reise nach Betlehem: Joseph setzte Maria auf einen Esel, einer seiner begleitenden Söhne führte das Tier und Joseph folgte. Drei Meilen vor Betlehem setzte die Geburt ein:

17,3 Und sie kamen halbwegs, und Maria sprach zu ihm: Joseph, hebe mich von der Eselin herab, denn das Kind in mir bedrängt mich und will herauskommen. Und er hob sie dort herunter und sprach zu ihr: Wo soll ich dich hinbringen und deine Unziemlichkeit in Schutz bringen? Denn der Ort ist einsam.

18,1 Und er fand dort eine Höhle und führte sie hinein und ließ seine Söhne bei ihr stehen und ging hinaus, um eine hebräische Hebamme in der Gegend von Betlehem zu suchen.

19,1 (Und siehe, eine Frau stieg vom Berge herab und sprach zu mir: Mann, wohin gehst du? Und ich [= Joseph] sprach: Ich suche eine hebräische Hebamme. Und sie antwortete mir: Bist du aus Israel? Und ich sprach zu ihr: Ja. Sie aber sprach: Und wer ist die, die in der Höhle gebiert? Und ich sprach: Meine Verlobte. Und sie sprach zu mir: Sie ist nicht deine Frau? Und ich sprach zu ihr: Es ist Maria, die im Tempel des Herrn aufgezogen wurde, und ich bekam sie durch Los zur Frau. Und doch ist sie nicht meine Frau, sondern ihre Empfängnis ist aus dem Heiligen Geist. Und die Hebamme sprach zu ihm: Ist das wahr? Und Joseph sprach zu ihr: Komm und siehe!) Und die Hebamme ging mit ihm.

2 Und er trat an den Ort der Höhle, und siehe, eine lichte Wolke überschattete die Höhle. Und die Hebamme sprach: Erhoben ist heute meine Seele, denn meine Augen haben Wunderbares gesehen; denn Israel ist das Heil geboren. Und sogleich verschwand die Wolke aus der Höhle, und ein großes Licht erschien, so dass die Augen es nicht ertragen konnten. Kurz darauf zog sich jenes Licht zurück, bis das Kind erschien, und es kam und nahm die Brust von seiner Mutter Maria. Und die Hebamme schrie auf: Was für ein großer Tag ist das heute für mich, dass ich dies nie da gewesene Schauspiel gesehen habe.

3 Und die Hebamme kam aus der Höhle heraus, und es begegnete ihr Salome. Und sie sprach zu ihr: Salome, Salome, ich habe dir ein nie da gewesenes Schauspiel zu erzählen: eine Jungfrau hat geboren, was doch die Natur nicht zulässt. Und Salome sprach: So wahr der Herr, mein Gott, lebt, wenn ich nicht meinen Finger hinlege und ihren Zustand untersuche, so werde ich nicht glauben, dass eine Jungfrau geboren hat.

20,1 Und die Hebamme ging hinein und sprach zu Maria: Lege dich bereit, denn ein nicht geringer Streit besteht um dich. Und Salome legte ihren Finger hin zur Untersuchung ihres Zustandes. Und sie erhob ein Wehgeschrei und sprach: Wehe über meinen Frevel und meinen Unglauben; denn ich habe den lebendigen Gott versucht; und siehe, meine Hand fällt vom Feuer verzehrt von mir ab!

2 Und sie beugte ihre Knie vor dem Herrn und sprach: Gott meiner Väter, gedenke meiner; denn ich bin Abrahams, Isaaks und Jakobs Same; stelle mich nicht an den Pranger vor den Söhnen Israels, sondern gib mich den Armen wieder. Denn du weißt, Herr, dass ich in deinem Namen meine Dienste erfülle und meinen Lohn von dir empfangen habe!

3 Und siehe, da stand ein Engel des Herrn vor Salome und sprach zu ihr: Gott, der Herr, hat dein Gebet erhört. Tritt herzu, dass das Kind an, so wird dir Heilung geschehen.

4 Und Salome tat so. Und sie sprach: Ich will es anbeten, denn in ihm ist Israel ein großer König geboren worden. Und Salome wurde geheilt, wie sie es erbeten hatte, und sie ging gerechtfertigt aus der Höhle hinaus. Und siehe, eine stimme rief: Salome, Salome, verkündige nicht, was du Wunderbares gesehen hast, bis der Knabe nach Jerusalem kommen wird.

Das Protoevangelium des Jakobus  führt eine Hebamme und die ungläubige Salome ein, die – wie der ungläubige Thomas – ihren Zweifel heilt und dadurch belegt, dass bereits im 2. Jahrhundert Maria als „virgo intacta“ auch nach der Geburt galt. Die Hebammenerzählung belegt den Glauben an die wunderbare Empfängnis.

2.1.2 Das Pseudo-Matthäus-Evangelium aus dem 8. oder 9. Jahrhundert schließlich, eine Komposition verschiedener Texte zu einer Schrift mit dem Titel „Über die Geburt der seligen Maria und die Kindheit des Erlösers“, berichtet im 14. Kapitel:

Am dritten Tag nach der Geburt unseres Herrn Jesus Christus trat die seligste Maria aus der Höhle, ging in einen Stall hinein und legte ihren Knaben in eine Krippe, und Ochs und Esel beteten ihn an. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja verkündet worden ist, der sagt: Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn. So beteten sogar die Tiere, Ochs und Esel, ihn ständig an, während sie ihn zwischen sich hatten. Da erfüllte sich, was durch den Propheten Habakuk verkündet ist, der sagt: Zwischen zwei Tieren wirst du erkannt.

Hier also werden im 7./8. Jahrhundert die mindestens seit dem 3. Jahrhundert bildlich dargestellten Ochs und Esel unter Bezug auf zwei alttestamentliche Stellen (Jes 1,3 und Hab 3,2, die – nur in der griechischen Übersetzung – literarisch eingeführt.

Diese apokryphen Texte, die im Laufe der Geschichte in Literatur und Kunst immer weiter ausgemalt wurden, prägten die Geburtsdarstellungen maßgeblich.

2.2 Visionen

Die Darstellung der Geburt Jesu erhielt im 14. Jahrhundert eine neue Akzentuierung durch die Visionen der mit dem schwedischen Königshaus verwandten Mystikerin Birgitta von Schweden (1302-1373), die 1372 in Betlehem eine Vision hatte. Die Gottesmutter offenbarte ihr die Umstände der Geburt Jesu. Birgitta diktierte die „Revelationes“ im siebten Buch der himmlischen Visionen in schwedischer Sprache. In italienischer Sprache erschien der Text noch im im 14 Jahrhundert. Die älteste deutsche Textfassung ist für 1468 belegt. In den Kapiteln 21 und 22 heißt es:

„Do ich waz bey der kripp des herrn zu betlehem, so sach ich gar ein schone junckfraw schwanger, die het an eynen weiszen mantel und einen subtilen rock, durch den ich daz junckfrewlich fleisch von auszen clerlich sach, der leib vol und grosz geschwollen waz, wenn sie waz iczund bereit, daz sie gebern solt. Und mit ir waz ga ein erber alter man, und sie mit eynander hetten eynen ochsen und ein esel. Und do sie ein giengen in die grufft, do band der alt man den ochsen und den esel zu der krippe und gieng hinausz und brocht zu der junckfrawen ein brinnende kerczen und festiget die in die mauer …. und ir hor goltfar waz gebreytet uber ire schultern … do knyet die junckfraw mit groszer ynnigkeit und erberkeit zu beten und kert den rucken gegen der krippe und hub auff daz antlucz in den himmel und stund entzuckt in beaschawung, truncken mit gotlicher suszigkeit. Und als sie also stund in irem gebet, do sach ich, daz sich daz kint reget in irem leib, und in eim nun und in eim augenplick gebar sie den sun, von dem ein grsz liecht und glancz auf gieng, daz die sunne sich im nit gleichen mocht noch daz liecht, daz der alt brocht het, gab keinen schein, wenn der gotlich schein hot den naturlichen schein der kerczen alzumol zu nichten gemacht … so sach ich zuhand daz erber kind ligen auff der erden nacket gar weisz, und sein fleisch waz daz allerreinst … Und do die junckfraw empfand, daz sie geborn het, zuhand neigt sie ir haupt, und mit zusamengelegten henden und mit groszer erberkeit und wirdigkeit betet sie daz kint an und sprach zu im: ‚Bis mir wolkomen, mein got, mein her und mein sun.’ Und do weynet das kint und zittert vor frost und vor hertigkeit des estrichsz do es lag und want sich ein wenig hin und her und breytet ausz sein glieder suchend zu finden zuflucht und gunst der muter. Und do empfieng es die muter in ire hend und truckt es an ire brust, und mit iren wangen und mit irer brust wermte sie es mit grszen freuden und mit zarter muterlicher mitleydung. Und do siczende auff der erden legt sie den sun in die schosz.“

Die Geburtsszene erhält hier neue ikongraphische Motive: Maria wird in ein weißes Gewand gekleidet, Josef bringt eine brennende Kerze, das Kind liegt nackt und weiß auf dem Boden, von ihm geht ein überwältigendes Licht aus, das Kerze und Sonne überstrahlt. Maria betet mit gefaltenen Händen ihr Kind an, nimmt es auf, drückt wärmend es an Wange und Brust und legt es in die Krippe.

Das eigentliche Geburtsbild wird seit dem 14. Jahrhundert durch einen neuen Bildtyp ersetzt: die Anbetung des nackten Kindes auf dem Boden. Im Laufe der Jahrhunderte vermischen sich aber die unterschiedlichen Bildtypen und die zu ihnen gehörenden Kleiderregeln.

3. Christologische und mariologische Auseinandersetzungen

Kämpfte das Christentum im 2. und 3. Jahrhundert um das Überleben, rang es vor allem im 4. und 5. Jahrhundert um das richtige Verständnis der Person Jesu Christi. Man wollte die Selbstoffenbarung Jesu Christi und damit den christlichen Glauben unverfälscht erhalten. Wer Gott in seinem innersten Wesen und in seinem Heilshandeln gegenüber den Menschen ist, wissen wir nur aus der Selbstoffenbarung Gottes in der Person Jesu Christi.

Die Lehre über den Gottmenschen konnte in zweifacher Hinsicht missdeutet werden: Entweder man leugnete die Göttlichkeit Christi: Aus der Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater wird eine bloße religiöse Gesinnungseinheit. Oder man verkürzte die wahre Menschlichkeit des Jesus von Nazareth: Christus ist ein „verkleideter“ Gott, der sich nur menschlich gebärdet. So verteidigte die Kirche gegen den Adoptianismus (Jesus besitzt den Geist Gottes in besonderer Weise, er ist von Gott als Sohn „adoptiert“) und gegen jede Form des Subordinatianismus die wahre Gottheit des Herrn. Der Subordinatianismus, eine auch bei einigen Apologeten und Kirchenvätern des 2. und 3. Jahrhunderts mitschwingende Auffassung, wird im 4. Jahrhundert durch den Arianismus zur ausdrücklichen Irrlehre: Der Logos ist nicht ewig wie der Vater, empfing aber sein Dasein von Gott vor der Zeit, unmittelbar wie kein anderes Geschöpf, und ist das Mittlerwesen zwischen Gott und der Welt. Auf dem Konzil von Nizäa (325) wurde der Arianismus verurteilt, die Gottheit und Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater feierlich erklärt.

Die Kirche musste aber auch die wahre Menschlichkeit Jesu Christi verteidigen. Gegen den Doketismus lehrte sie, dass Jesus Christus einen wirklichen menschlichen Leib besaß, wirklich gelitten hat und nicht nur „zum Schein“ gestorben ist. Gegen den Arianismus, der nicht nur die Wesensgleichheit des Logos mit dem Vater leugnete, sondern darüber hinaus an die Stelle einer menschlichen Seele in Jesus den göttlichen Logos treten ließ, verteidigte die Kirche eine wahrhaft menschliche Seele in Christus. Als wahrer Mensch hat der Herr auch einen wahren menschlichen Geist (gegen Apollinaris), einen eigenen menschlichen Willen und ein eigenes menschliches Handeln (gegen Monotheismus und Monenergismus). So stand es am Ende des 4. Jahrhunderts fest: Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. „Einer aus der allerheiligsten Dreifaltigkeit“, der erstgeborene Sohn des Vaters, nahm in der Zeit durch den Heiligen Geist aus Maria die menschliche Natur an.

Der weitere Verlauf der Dogmengeschichte war von der Frage bestimmt, wie die Einheit der göttlichen und der menschlichen Natur in Christus zu verstehen sei. Nestorius (aus der antiochenischen Theologenschule) forderte eine göttliche und menschliche Person in Christus, kam aber so über eine nur moralische Verbindung der beiden Personen mit allen daraus sich ergebenden Konsequenzen nicht hinaus: Der Mensch Jesus konnte grundsätzlich sündign und irren und musste seine Gottessohnschaft erst „verdienen“. Das Konzil von Ephesus (431) verwarf diese Anschauung. Demgegenüber vertrat Eutyches (aus der alexandrinischen Schule) den Monophysitismus: Durch die Einigung des göttlichen Logos mit der menschlichen Natur entstehe eine einzige, eine „neue“ Natur. Eine Vermischung der menschlichen und göttlichen Natur aber sei undenkbar, und darüber hinaus verkürzte der Monophysitismus fast notwendig die wahre menschliche Natur des Herrn. Erst das Konzil von Chalcedon (451) fand die dogmatisch endgültige Formulierung des Christusgeheimnisses: Die göttliche und menschliche Natur in Jesus Christus sind unvermischt, aber geeint in der einen göttlichen Person (hypostatische Union).

Das 4. und 5. Jahrhundert erläutert die Lehre von Jesus Christus, dem fleischgewordenen Wort Gottes, in Einzelwahrheiten: Christus ist wahrer Gott durch die Geburt aus dem Vater und wahrer Mensch durch die Geburt aus Maria. In Christus sind zwei Naturen, die göttliche und die menschliche, die nicht vermischt sind. In ihm ist also auch eine zweifache Erkenntnis und ein zweifaches Wollen und Wirken. Beide Naturen Christi sind in der einen Person des Wortes vereint. Christi Menschheit ist anzubeten, und von der einen zweiten göttlichen Person können die Eigenschaften, Tätigkeiten und Leiden beider Naturen ausgesagt werden. In Christusgibt es der Menschheit nach keine Sohnschaf durch Kindschaftsannahme.

Im Zusammenhang mit der historisch erzwungenen Präzisierung des Wesens Jesu Christi gerät „die Mutter des Herrn“ (Lk 1,43), wie Maria genannt wird, in den Fokus der Theologen. In Abstimmung mit dem Konzil von Ephesus (431) nennt Cyrill von Alexandrien Maria „heilige Jungfrau“ und „Gottesgebärerin“ (= Theotokos) (D 160). Als Jungfrau gilt Maria vor und nach der Geburt Jesu. Weil Maria Teil des Willen Gottes zur Erlösung wurde, galt sie durch die „vorausgehenden Verdienste Christi“ (Karl Rahner) von Anfang ihres Daseins an als im Besitz der heiligenden Gnade (Unbefleckte Empfängnis, D 2015). Sie war stets sündenlos (D 1573) und der Begierlichkeit nicht unterworfen (D 1515). Als vollkommen Erlöste wurde sie auch mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen (D 3903). Maria wird als „Mediatrix“, Mittlerin aller Gnaden“ (D 1940a, 1978a) – nicht wie Christus erwirkend, sondern dienstbar erbittend und empfangend – angerufen, ein Faktum, das dogmatisch noch nicht gefasst ist.

Im Rahmen dieser theologischen Überlegungen stehen die Entwicklungen, die zur Basis unseres Weihnachtsfestes wurden: Kaiserin Helena baute 326–335 über der Geburtsgrotte in Betlehem eine Basilika, die 386 durch den hl. Hieronymus ausgestaltet wurde. Sie zeigte – wie überliefert wird – einen offenen Stall mit Krippe, Ochs, Esel, Josef, Maria, Hirten, Engel und die heranziehenden Magier – also bereits das komplette Bildprogramm der Krippendarstellung.

Das Weihnachtsfest, das in Nordafrika am 6. Januar begangen wurde, in der Ostkirche am 25. Dezember wurde – belegbar – 336 erstmals in Rom gefeiert, 354 offiziell auf den 25. Dezember gelegt. Papst Liberius (352–366) erbaute die Basilika Liberiana, die Mutter aller Marienkirche im Westen – und in diesem Rahmen auch eine Krippenkapelle. Die nach 420 neugebaute Kirche wurde seit dem 6. Jahrhundert deshalb S. Maria ad praesepe genannt. Erst im 9. Jahrhundert erhielt sie den heute gebräuchlichen Namen S. Maria Maggiore. Nachweisbar seit 1170 werden hier als (heute nachgewiesen unechte) Krippenreliquie fünf Holzbrettchen aufbewahrt. Der Tradition nach wurde in dieser Kirche seit je her zur Weihnacht ein Krippengestellt mit einem Jesuskind aufgestellt. Nachweisbar wurde die erste figürliche Krippe mit dem erweiterten ikongraphischen Programm 1291 erstmals hier aufgebaut.

Ab 1384 lassen sich erste figürliche Krippen in den Kirchen Italiens nachweisen. Im 15. Jahrhundert breitet sich dieser Brauch in Italien aus, kommt im 16. Jahrhundert in Süddeutschland an. Die erste Hauskrippe scheint 1560 in Italien aufgebaut worden zu sein.

4. Kind-Jesu-Verehrung

Die Verehrung der Kindheit Jesu und damit des Jesuskindes war unangegriffener Bestandteil christlicher Lehre und Glaubens, die sich in unterschiedlichsten Formen zeigten. U.a. in

4.1 Jesuskind-Darstellungen

Christusdarstellungen setzen sich erst allmählich, trotz des Bilderverbotes, über den Umweg christologischer Symbole durch (? und ?, Anker, Fischer, Schiff). Die Problematik der Frühzeit belegt ein Brief des Eusebius an die Schwester Konstantins des Großen, Constantia, die ihn um ein Bild Jesu Christi gebeten hatte. Eusebius antwortete, es sei unmöglich, nur den Menschen Christus darzustellen, denn er sei immer auch zugleich Gott.

Seit dem 3. Jahrhundert wird der jugendliche Christus, in biblischen Szenen oder in Skulptur und Plastik, als allegorischer Christus (Fisch, Guter Hirt …), dargestellt. In der abendländischen Kunst gibt es vor dem frühen 14. Jahrhundert keine isolierten, plastischen Darstellungen des Jesuskindes – mit Ausnahme der Darstellungen der Geburt Christi auf frühchristlichen Sargreliefs, die Kind, Krippe und Ochs und Esel zeigen. Antike Bildformeln für das allein dargestellte Götterkind sind nicht auf Christus übertragen worden, wenngleich ihr Gedankengehalt in Szenen der Kindheit Jesu mitschwingen kann. Visionen vom Jesuskind sind ab dem 11. Jahrhundert nachgewiesen. Ab 1300 wird das Jesuskind mit Attributen dargestellt, die es als Gott und Erlöser kennzeichnen (Nimbus, Krone, Weltkugel, Szepter, Herz, Lamm, Hirtenstab, Traube, Kreuz, Ysopstab, Lanze). Weihnachtsvisionen (u.a. Bernhard) enthalten Motive der apokryphen Literatur. Jesus-Wiegen tauchen nach 1300 auf. Sie waren für kultische Spiele zu Weihnachten in Frauenklöstern (vor allem in Süddeutschland) bestimmt. Zur gleichen Zeit gibt es erste graphische Neujahrsgrüße mit dem Jesuskind, die ihn gerne als Rose (= Reis Jesse) präsentieren.

Die älteste erhaltene Jesuskind-Plastik (Wien 1344) befindet sich als Gnadenbild in Maria-Medingen. Gebetserhörungen machten solche Wallfahrtsstätten, von denen es im Barock noch etwa 50 gab, bekannt. 12 davon haben überdauert:

  1. Il Santo Bambino in Ara Coeli, Rom
  2. das Prager Jesuskind
  3. das Jesuskind von St. Maria Loretto, Salzburg
  4. Roi de Grâce von Beaune
  5. das Christkindl bei Steyr
  6. das wundertätige Sarner Kindl
  7. das Seminari-Kindl in München
  8. das Augustiner-Kindl in München
  9. das Jesus-Kindl der Kolumba Weigl in Altenhohenau
  10. das Niño de Atocha in Plateros/Mexiko
  11. das Jesuskind in Cebú City/Philippinen
  12. das Jesuskind in Tacloban/Philippinen

Stehende Jesuskinder oder Bornkinder sind meist vollplastisch ausgearbeitet und besitzen reichhaltige und oft kostbare Gewänder.

Liegende Jesuskinder dagegen haben einen aus Wachs oder Holz geformten Kopf und einen grob modellierten Körper, der nicht detailliert ausgearbeitet werden muss, weil er gefatscht (lat. fascia = Binde, Wickel) wurde. Liegende Jesuskinder heißen deshalb auch oft Fatschenkind.

Die Herkunft der Jesuskinder scheint auf den Brauch zurück zu gehen, Novizinnen ein „Trösterlein“, eine Jesuskinddarstellung beim Klostereintritt mit zu geben. Bis zum Ewigen Gelübde nähten die Novizinnen und ihre Verwandtschaft an oft kostbaren Kleidern für das Jesuskind. Die kleine Plastik stellte nicht nur das Jesuskind als Kind dar, sondern auch den Bräutigam, dem sich die Nonne beim Gelübde anvertraute wie die Braut dem Bräutigam bei der Hochzeit. Die Plastik, deren Funktion im Begriff „Trösterlein“ mitschwingt, stand lebenslang in der Klause oder Klosterzelle und hält ab dem 13. Jahrhundert vor der Weihnachtsmette Einzug in die Kirche. Auf dem Altar oder Tabernakel stand das kostbar gekleidete Jesuskind. Neben dem Altar stand eine Krippe oder Wiege, in dem sich das Jesuskind gewiegt wurde. Man bewegte die Krippe im Rhythmus des Gesangs oder reichte das Jesuskind jedem Gläubigen zum Wiegen in die Arme. Diese Form des Krippenspiels vermittelte: Seit es Christen gibt, kann Gott (oder unser Nächster, der für Gott steht, vgl. St. Martin) nicht mehr in sein Eigentums kommen, ohne dass er (an-) erkannt wird. Die gleiche Logik hat das Spiel Herbergssuche oder das Frautragen. Und das gleiche Motiv trägt das Gedicht „Kaschubisches Weihnachtslied“ von Werner Bergengruen, wo es heißt: „Wärst du, Kindchen, im Kaschubenlande, wärst du, Kindchen, doch bei uns geboren! Sieh, du hättest nicht auf Heu gelegen, wärst auf Daunen weich gebettet worden.“

Noch heute gibt es in Deutschland wenigstens ein Nonnenkloster, in dessen Refektorium jede Nonne neben sich ihren Bräutigam lebenslänglich stehen hat.

4.2 Franz von Assisi

Die Weihnachtskrippe wird gerne eng verknüpft mit einem Ereignis im Jahr 1223, als Franz von Assisi statt einem traditionellen Krippenspiel in der Kirche in Greccio, außerhalb der Kirche, eine neuartige Krippe inszenierte. Er ließ eine reale figürliche Krippe mit lebenden Personen und Tieren aufstellen, um einen anderen Zugang zu einer tieferen Verinnerlichung zu ermöglichen. Die dreidimensionale figürliche Darstellung hat die Menschen nicht nur in Italien stark beeindruckt. Sie führte dazu, dass der Bau von Krippen aus unterschiedlichen Materialien in oder meist bei den Kirchen sich ausbreitete.

Die von Franziskus umgesetzte Krippentypologie entsprach vollkommen der herrschenden Auffassung. Was bislang auf Tafelbildern zu sehen war, wurde dreidimensional durch lebende Personen und Tiere ausgedrückt. Die lebenden Personen realisierten sich in der Folge aber nur in den Krippenspielen, während die Krippennachbauten fast ausnahmslos in Form von Holz- oder Tonplastiken gestaltet wurden.

4.3 Ordensgemeinschaften

Die Devotion zum Kinde Jesu bzw. zur Kindheit Jesu bestimmt die Spiritualität mehrerer Ordensgemeinschaften mit sozial-caritativer, erzieherischer und pastoraler Tätigkeit. Ihre Ausrichtung im Namen tragen:

  1. Kongregation der Sœurs de l’Enfant-Jésus, 1949 aus drei gleichnamigen Vereinigungen entstanden (Frankreich, Belgien, Kanada, Argentinien, Chile)
  2. Die Sœurs de l’Enfant-Jésus von Chaufailles (Diözese Autun) (Frankreich, Kanada, Japan)
  3. Gleichnamige Mutterhäuser in Frankreich und in Belgien
  4. Sisters of the Child Jesus (Rhodesien, Sambia)
  5. Handmaids of the Holy Child Jesus (Nigeria)
  6. Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu, Franziskanerinnen von Oberzell bei Würzburg, 1855 gegründet (Deutschland, USA, Südafrika)
  7. Schwestern vom armen Kinde Jesu, 1844 in Aachen gegründet (Deutschland, Niederlande)

4.4 Weitere Auswirkungen

Die Verehrung der Kindheit Jesu führte aber auch 1843 zur Gründung des Päpstlichen Werkes der heiligen Kindheit oder Missionarischen Kindheit (PMK), das in Deutschland unter dem Namen Kindheit-Jesu-Verein seit 1846 bestand. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm dieses Kindermissionswerk zusammen mit dem Bund deutscher Katholischer Jugend den untergegangenen Brauch des Sternsingens, um satzungsgemäß Kinder „anzuleiten, dass sie ihren Glauben mitteilen und mit den Kindern anderer Regionen und Kirchen, die in dieser Hinsicht schlechter gestellt sind, auch ihre materiellen Mittel teilen.“

Die Kindheit Jesu war auch Objekt des Gebetes. In dem 1905 in Kevelaer erschienenen Gebetbuch „Die betende Unschuld. Ein Gebetbüchlein für die liebe Jugend“, S. 85 – 89, heißt es u.a. in einer Andacht zur heiligen Kindheit Jesu: „Ewiger Vater, zu Deiner Ehre und Verherrlichung und für mein ewiges Heil opfere ich Dir auf die Krippe des Stalles, wo Jesus geboren wurde, das harte Heu, das ihm statt des Bettes diente, die Kälte, die er erduldete, die Windeln, die ihn umwickelten, die Thränen, die er vergoß, und das zarte Wehklagen, das er ausstieß.“ Im „Brod der Engel“, das im 19. Jahrhundert in zahlreichen Auflagen in Dülmen erschien, war (S. 309 – 311) eine „Littanei zum göttlichen Kinde Jesus“ enthalten.

4.5 Das Weihnachtslied und das Kindleinwiegen

Das Weihnachtslied hat nicht nur eine lange Geschichte mit vielen Entwicklungsstufen durchgemacht, sondern – wie viele andere Bräuche auch – seinen Ursprung in der Liturgie. Seit dem 3. Jahrhundert sind für Weihnachten spezielle Hymnen und Responsorien nachgewiesen, die aber wiederum ältere Vorlagen haben. Der von Martin Luther übersetzte altkirchliche Hymnus „Veni redemptor gentium“ zu „Nun komm, der Heiden Heiland“ (15,24) wird auf das Jahr 386 datiert und dem Mailänder Bischof und heiligen Ambrosius (334-397) zugeschrieben. Schon die Gesänge des Mittelalters und der frühen Neuzeit waren dialogisch angelegt: Sie waren Wechselgesänge, hatten Strophen und Refrains. Vor, während und nach der Reformation wurden in den Kirchen Krippenspiele aufgeführt, die mit Liedern angereichert waren, die die Gemeinde mitsangen; Elemente solcher Feiern vor dem Weihnachtsgottesdienst waren: Herbergssuche und Geburt, Kindlein wiegen, Verkündigung auf dem Felde, Anbetung der Hirten an der Krippe. Später verselbständigten sich einige dieser Elemente zu Liedern bei ländlichen Umzügen (Herbergssuche, Frau tragen).

Das Kindleinwiegen geht zurück auf die „Trösterlein“, Jesusfiguren, die Nonnen erhielten, wenn sie ins Kloster eintraten. Eine dieser Puppen stand zur Weihnacht in der Krippe auf oder neben dem Altar. Es kamen in der Gotik Wiegekrippen auf, in denen das Jesuskind zum Gesang der Gemeinde gewiegt wurde. Andernorts nahm man das Jesuskind aus der Krippe heraus und reichte es von Person zu Person weiter – und versinnbildlichte so die Annahme des Gottessohnes in der jeweiligen Zeit.

Das Kindleinwiegen hat sich – wie andere religiöse Bräuche auch – nicht aus dem Nichts entwickelt. Sein geistiger Hintergrund ist eine siebenfache geistliche Übung, die ursprünglich in Kopf und Herz, später dann mit den Händen vollzogen wurde. Das Jesuskind sollte dabei gewickelt, gelegt, behütet, gehoben, gewaschen, genommen und an die Brust gelegt werden. Eine geistliche Übung wurde praktisch nachvollzogen.

Die aufkommenden reformatorischen Weihnachtslieder wenden sich dann ab von der kirchlichen Krippenfeier und ihren Elementen und hin zu Familien zentrierter besinnlicher Feier.

4.6 Veränderungen der Festformen

Die evangelisch akzentuierte Form der Weihnachtsfeier war mit eine Voraussetzung für die Art Weihnachten zu feiern, die die Krippe in die deutschen Wohnzimmer brachte. Fanden die Krippenspiele ursprünglich im Kirchenraum statt, gab es schon zum Ende des Mittelalters Weihnachtsfeiern der Zünfte, bei denen der Christbaum als Gabenbaum in der Mitte stand. Die Verlagerung der Weihnachtsfeier in die – zunächst nur evangelischen – Familien erfolgte im Adel und Patriziat im 17. und 18. Jahrhundert, bei der Arbeiterschaft im 19. Jahrhundert. Voraussetzung bei der letzten Gruppe war die Industrialisierung, die die Frau freistellte für (oder fesselte an) die Familie und durch die Infrastruktur Voraussetzungen für die massenhaften Familienfeiern bot: Weihnachtsbäume für jeden setzte z.B. ein funktionierendes System der Eisenbahn voraus.

4.7 Aufklärung

Um 1900 beobachtet man im katholischen Rheinland ein Phänomen: Geschenkt wird noch zu Nikolaus, Weihnachten feiert man in der Kirche und zu Hause. Weihnachtsbäume stehen nur bei Protestanten, Krippen aber sind in den Kirchen wieder zu finden und auch in den Familien. In der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg wandert das Schenken bei den Katholiken von Nikolaus auf Weihnachten, halten die Weihnachtsbäume Einzug in die Familien. Die „katholische“ Krippe wird von den Protestanten angenommen.

Die überkonfessionelle Brauchvermischung hat nationale Gründe. Die Preußen hatten es 1870/71 geschickt verstanden, eine „deutsche“ Weihnacht zu kreieren, zu der Baum, Lied, Gedicht, Essen und Trinken und heimische rotbackene Gemütlichkeit gehörten.

Der Siegeszug der Krippe allerdings hat eine andere Ursache. Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts hatte alles bekämpft, was nicht rational und real gewesen war. Krippenspiele und Krippen gehörten dazu. Sie wurden in den Kirchen schlicht verboten. Das aber traf die kleinen Leute am Nerv. Sie begannen selber Krippen zu bauen und stellten sich diese zu Hause auf und protestierten so gegen das staatliche Verdikt, was nach relativ kurzer Zeit wieder zurückgenommen wurde. Die Krippen blieben aber in den Familien.

4.8 Zusammenfassung

Die Weihnachtskrippe, die ab dem 15./16. Jahrhundert in den Kirchen und ab dem 18./19. Jahrhundert in den Familien auftaucht, hat eine ganze Summe von Traditionssträngen, die ihr zugrunde liegen. Gehört die Krippe anfangs zur Ausstattung der Kirchen, gelangen Krippenbauten erst sehr langsam in die Haushalt der katholischen Oberschicht. Voraussetzungen für die Durchsetzung der Krippe in der katholischen Normalfamilie waren der Druck der Aufklärung, der Wandel des Weihnachtsfestes zu einer Familienfeier, die sozialen Folgen der Industrialisierung und – zumindest zu Anfang – ihre Konfessionsmerkmal. Die Krippe verlor ihre konfessionstrennende Charakteristik erst im deutschen Nationalismus, der zu einer Brauchvermischung bislang konfessionsscheidender Bräuche der Weihnachtszeit führte, die jene romantisierende „deutsche Weihnacht“ ausbildeten.

5. Geburtsdarstellung in der Ost- und der Westkirche

Die ostkirchliche Geburtsdarstellung unterscheidet sich in markanten von der westkirchlichen. Es gibt keine dreidimensionale Darstellungen, sondern die Ikone ist der Regelfall. Maria gebiert in einer Höhle. Sie liegt in der Regel auf der Kline, das faschinierte Kind befindet sich in der Krippe, hinter der Ochs und Esel Platz genommen haben. Josef findet sich sinnend am Rande des Bildes, manchmal wird er im Dialog mit einer archaischen Gestalt gezeigt, die als Isaias gedeutet wird. Ergänzt werden kann die Szene durch jubelnde Engel, anbetende Hirten mit ihren Schafen, heranziehende Magier und den zugehörigen Stern, Salome und Zelome, die ein Bad bereiten.

Weil sich in der Ostkirche die Vorstellung entwickelte, dass die heilige Kraft des Dargestellten auf die Ikone überginge, wurden die Darstellungen analog der Urform. Abweichungen verfälschten darum das Urbild. Es kam zu einer Kanonisierung des Repertoires, das unveränderlich wurde.

Was in der Ostkirche zu einer Einschränkung eigenschöpferischer Leistungen führte, behinderte im Westen künstlerische Phantasie und Kreativität nicht. Die Folge waren Stilvermischungen, Traditionsbrüche und Absage an stereotype Wiederholungen.

6. Elemente der dreidimensionalen Krippendarstellung

Die Weihnachtskrippe besteht nicht nur aus Höhle oder Stall, sondern aus einem Konglomerat von einzelnen Elementen. Viele Krippen werden auch als Wandelkrippen genutzt, also zu verschiedenen Zeitpunkten umgestellt. Ist dies der Fall, so beginnt das Bild oft am 1. Advent oder am Nikolaustag mit dem Zug nach Betlehem. Es folgen die Geburt, die Verkündigung an die Hirten, der Heranzug der drei Weisen, Ankunft der drei Weisen und die Flucht nach Ägypten (14. Januar). Nachfolgend sollen die wichtigsten Krippenelemente beschrieben und gedeutet werden:

6.1 Kind und Krippe

Das Kind in der Krippe taucht in der Regel nie allein auf. Im Frühchristentum wird das Kind aber nicht durch die Präsenz von Maria und Josef zum Christkind, sondern durch die Anwesenheit von Ochs und Esel. Bei den ältesten Krippendarstellungen auf Sargreliefs fehlt anfangs selbst Maria.

Das Kind in der Krippe symbolisiert die biblische Aussage: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11a). Und die Krippe initialisiert den zweiten Satz dieses Bibelverses: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Joh 1,11b). Wer Jesus Christus – wie in der Krippe – bei sich aufnimmt, wird auch von Gott angenommen werden.

Das Kind in der Krippe wird anfangs immer und dann oft faschiniert gezeigt. Mittelalterliche Tafelbilder wechseln dann die Bekleidung: Kinderwindeln kommen auf, die mit den Legenden in Verbindung stehen, z.B. Josephshose. Im 14. Jahrhundert wird dann das Jesuskind nackt auf bloßem Boden gezeigt. Dies geht zurück auf die Visionen der heiligen Birgitta.

Das – meist in überkreuzt – faschinierte Jesuskind erinnert durch die Wickelform an das Kreuz und den in ein Leichentuch gehüllten, unbeweglichen Körper eines Toten. Auch das in Windeln gewickelte Kind entspricht dem toten Christus im Leichentuch. Oft sieht man auch das Jesuskind mit ausgestreckten Armen – nicht nur Zeichen der Hilfsbedürftigkeit oder der Annahme aller, sondern auch Wiedergabe des Kreuzes. Wem die Symbolik nicht ohne Hilfsmittel auffällt, dem helfen die Maler, Bildhauer und Gestalter durch ein Kreuz im Hintergrund, durch ein Schaf, das wie das Agnus Dei dargestellt wird, durch Leidenswerkzeuge usw.

6.2 Ochs und Esel

Diese beiden Tiere gehören zur „Grundausstattung“ jeder Krippendarstellung. Sie sind nicht nur an die Krippe postiert worden, um den realen Ort, eine Höhle oder einen Stall als Unterstand für das Vieh, zu kennzeichnen, sondern weil sie darüber hinaus Symbolcharakter haben. Bei Jesaja 1,3 heißt es: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe des Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ Die Christen haben diese Textstelle des Alten Testamentes auf Jesus bezogen, sie entsprach dem theologischen Denken: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1, 11).

Der Esel steht für die Juden, der Ochse für die Heiden. Beide haben ihren Ort an der Krippe, beide sind gleichberechtigt berufen, Volk Gottes zu sein. Sie sind der Grund der Menschwerdung Gottes und deshalb von Anfang an symbolisch anwesend. Der Esel als Tier der Demut ist gleichzeitig Metapher für Jesus Christus, der sich als Gott so klein macht, wie der kleinste abhängige Mensch. Der Ochse als das alttestamentliche Opfertier verweist auf den Opfertod Jesu am Kreuz. Deshalb gibt es auch die umgekehrte Zuordnung: Der Ochse steht für die Juden, weil diese an das Gesetz gebunden sind; der Esel steht für die Heiden, weil diese Götzendienst betreiben.

Ochs und Esel werden oft so dargestellt, dass sie Jesus mit ihrem Atem zu wärmen scheinen. Ihr Atem kreuzt sich – und wieder ergibt sich der Hinweis auf das Kreuz.

Die gleiche Stellung ist aber auch ein Hinweis auf die Eucharistie. Der Leib Christi liegt in der Krippe wie auf einem Altar. Und dass in dem Kind in der Krippe auch die Eucharistie gesehen wurde, belegen nicht nur die legendarischen Erzählungen von eucharistischen Wundern, bei denen Heiligen während der Messe das Jesuskind auf dem Altar erschien. Die Krippenszene wird als Altarbild dargestellt (St. Maximilian, Düsseldorf) oder bei einem anderen Altar des 19. Jahrhunderts wird die Krippe in Spannung gesetzt zur Einsetzung der Eucharistie im Abendmahlssaal zu Gründonnerstag.

6.3 Maria

Der Name Maria [Marjam, Mirjam; aus dem ägypt. myr (= Geliebte) und dem hebr. jam (= Abkürzung für Jahwe) bedeutet „Geliebte Gottes“ oder „Vielgeliebte Gottes“. Bei der Geburt zeigt sich die junge Frau als die dem Worte Gottes Gehorsame, die nicht alles versteht, aber Gott folgt. Sie ist die neue „Eva“, in der Gott Fleisch angenommen hat. In ihr ist die Kirche vorgebildet, sie ist Vorbild der Christen.

Während die frühchristlichen Darstellungen, die Ikonen und zum Teil auch noch die Buchmalerei Maria auf den Kline zeigen, sie oder das Jesuskind im hortus conclusus, gehen diese Feinheiten bei der figürlichen Darstellung verloren. Maria wird zur frommen, jungen Mutter; die Symbolfarben ihrer Bekleidung – rot/blau oder weiß – weisen auf ihre besondere Rolle hin.

Während die Ikonen Maria meist auf der Kline liegend abbilden, zeigen die mittelalterlichen Tafelbilder Maria anbetend, knieend. Ab dem 14. Jahrhundert, auch ausgelöst durch die Visionen der heiligen Birgitta, wechselt die Farbe des Gewandes der Maria in Weiß. Spätere Jahrhunderte gebrauchen die Symbolfarben oft nicht mehr gemäß der Tradition.

6.4 Josef

Treffend hat ein Autor kürzlich sein Buch über Josef mit dem Titel: „Der Mann am Rande“ überschrieben. Josef, der Ziehvater Jesu, war derart weit am Rande, dass er auf frühen Darstellungen der Geburt sogar über den Rand gefallen scheint: Er fehlte bei diesen Geburtsdarstellungen völlig. Dann erst wird er Teil der Geburtsszene, allerdings heißt dieser Darstellungstyp „Josefszweifel“: Josef wird – fast schlafend – niedergedrückt, sinnend gezeigt. Erst sehr viel später übernimmt er in den künstlerischen Darstellungen kleinere Aufgaben: Er bereitet das Bad Jesu vor, kocht ein Süppchen, gibt seine Hosen, die so genannten Josefshosen, für das Jesuskind her.

Die meisten Krippen zeigen ihn nachdenklich, aber neben der Krippe kauernd.

Dem Zweifelnden bietet sich Josef zur Identifikation an: Er verlässt Maria nicht, obgleich er allen Grund dazu gehabt hätte. Er ist offen für die Botschaft der Engel und wird so zum „Nährvater Jesu“.

6.5 Engel

Das deutsche Wort Engel entspricht dem lat. angelus und bezeichnet einen Boten Gottes. Die Bibel beschreibt Engel als Männer, die sich als Boten Gottes erweisen (Gen 18) und als leuchtende Erscheinung (Lk 2, 9). In der Kunst der letzten Jahrzehnte waren Engel kein Thema; die letzten Jahrhunderte hatten sie in der bildenden Kunst bereits zu pausbäckigen Flügelköpfchen degenerieren lassen. In der christlichen Kunst sind sie aber von Anfang an dargestellt worden, seit dem 4. Jahrhundert fast immer mit Flügeln, um sie von Menschen zu unterscheiden und als geistige Wesen zu kennzeichnen.

Als Geistwesen leben Engel in der Transzendenz, sind auf Gott hin ausgerichtet, dienen ihm und loben ihn (vgl. die ikonographischen Motive des Engellobs, musizierenden Engel, die Engelchöre …). In der Geburtserzählung weisen die Engel die Hirten zur Krippe. Die Präsenz von Engeln macht das hinter ihnen stehende Wort Gottes anschaubar, d.h. durch die immanenten Engel wird die Transzendenz sichtbar. Die sichtbaren Engel versinnbildlichen Unsichtbares, die physisch Sichtbaren bezeugen das spirituell Unsichtbare.

Mag in intellektuellen Kreisen der Engel auch für Kitsch und religiöse Ungläubigkeit stehen:

Die Forsa-Umfrage 1995 hat gezeigt: Immerhin glaubt jeder zweite Deutsche, dass er einen persönlichen Schutzengel hat; 55 Prozent der Befragten halten Engel für ein religiöses Symbol, 35 Prozent sind sich sicher, dass es Engel wirklich gibt. Dass die Engel ein der Öffentlichkeit präsentes Deutungsmuster darstellen, beweist auch ihre Präsenz in der Werbung.

6.6 Hirten und Schafe

Die in der Bibel erwähnten Hirten gehörten damals dem niedrigsten Stand an; ihre Arbeit wurde als minderwertig angesehen, sie galten als unehrlich, weil niemand kontrollieren konnte, ob sie nicht Lämmer zurückhielten und eigene Geschäfte betrieben. Wenn ausgerechnet ihnen der Engel die Geburt des Messias verkündete, hatte dies programmatische Bedeutung: Für eben diese Menschen, die von allen anderen verachtet wurden, ist der Messias gekommen. Sie gehen voll Vertrauen auf den Messias zu. Auch noch auf einer zweiten Bedeutungsebene ergibt sich: So wie diese realen Hirten reale Schafe betreuen, wird der Messias der Hirt seiner (menschlichen) Schafe sein.

Die Symbolik des Schafes ist mit der der Hirten eng verbunden. Schafe symbolisieren die Gläubigen, die vom Hirten sorgfältig zu weiden sind, wie schon das Alte Testament lehrt. Bei dieser Symbolik wird das Schaf natürlich nicht als „dummes Schaf“ verstanden, sondern als ein Tier, das sich klaglos einfügt und der Betreuung durch den Hirten (lat. pastor) bedarf. Auf einer anderen Ebene spiegelt sich auch Christus selbst in der Schafherde, die von den Hirten in der Nähe seines Geburtsortes bewacht wurden. Das Schaf ist aber auch klassisches Opfertier. Christus ist das neue Lamm, das zu Pascha/Ostern von Gott als Opfer zur Erlösung der Menschen angenommen wird: Christus ist das Lamm Gottes, wie es in der Offenbarung des Johannes vor Augen gestellt wird.

6.7 Stern von Betlehem

Nach Mt 2,1ff. haben die Magier „einen Stern aufgehen sehen“ und sind ihm gefolgt, bis er in Betlehem über dem Geburtsort Jesu anhielt. Dieser Stern war ihnen Signal und Wegweiser. Heutige Theologen gehen mehrheitlich nicht mehr von der Historizität der Magiererzählung aus und sehen sich daher auch nicht gezwungen, das Phänomen des Sterns von Betlehem naturwissenschaftlich als Supernova, Komet oder Jupiter-Saturn-Konjunktion auszudeuten. Dennoch existiert das interessante Phänomen, dass der kaiserliche Hofastronom Johannes Kepler 1603 eine Sternkonjunktion entdeckt hat, die im Jahre 7 vor Christus dreimal am Himmel zu sehen war: am 29. Mai, 3. Oktober und 4. Dezember. Es handelt sich um die Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische, eine Tripel-Konjunktion. Dabei ist es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Erscheinung gekommen, die sich in Darstellungen und Erzählungen gerne als „Sternenschweif“ oder „Kometenschweif“ darstellt: ein zarter Lichtkegel mit den beiden Planeten an der Spitze, der von den Sternen direkt auf die Erde zu weisen schien. Bei diesem Phänomen handelt es sich um das von Astronomen so genannte Zodiakallicht, das mit den Planeten an sich nichts zu tun hat. Es ist Sonnenlicht, das von Staub gestreut wird, und kegelartig auf die Erde „fällt,“ Darum wissend, dass das Jahr 0 nicht das Geburtsjahr Jesu sein konnte und Herodes bereits 4 vor Christus gestorben war, gilt diese Sternkonjunktion als „Stern von Betlehem“.

Der Saturn war immer der Stern Israels und wurde zeitweise sogar im Tempel zu Jerusalem verehrt. Der „Tag des Saturn“, der sich im englischen Begriff „Saturday“ am deutlichsten erhalten hat, ist der Tag der Juden, Symbol des Sabbats, des jüdischen Gesetzes. Der Jupiter dagegen galt als Königsstern, „Hirt der Sterne“, „Regent der Planeten“, Heil- und Friedensbringer, der Gnade und Segen bewirkt. Die Konjunktion kann astrologisch so verstanden werden, dass den Juden (Saturn) der König (Jupiter) der Gerechtigkeit (Saturn) geboren wird. Der Neugeborene ist die Inkarnation des höchsten Gottes (Jupiter). Die Konjunktion im Sternbild der Fische wirkt dann als Hinweis auf den Ort dieses Geschehens: Die Fische symbolisieren das Land Amurru, das ist das Westland (aus Sicht Babylons), das heutige Palästina. Im übrigen galten die Fische als Zeichen des Endes der irdischen Welt, als Grenzstelle des Übergangs in das Jenseitige. Mit dem neugeborenen König bricht also eine neue Ära an. In der Antike galten Sterne als vernunftbegabte Lebewesen, die sich um die Welt sorgten. Oft wurden sie als Götter verehrt, weshalb sich konsequenterweise die Astrologie entwickelte. Im Rahmen dieser Vorstellungen entstand der – aus heutiger Sicht – Aberglaube, wonach das Schicksal eines jeden Menschen von dem Stern abhängig sei, unter dem er geboren wurde. Unter den Juden war der Sternenkult später verpönt (vgl. Dt 4, 19), aber ihnen und den Kirchenvätern galt er für die Heiden, damit sie „nicht gänzlich gottlos würden und gänzlich zugrunde gingen … Er war ein Weg, der ihnen gegeben worden war, damit sie sich durch die Verehrung der Gestirne zu Gott emporarbeiten sollten“ (Clemens von Alexandr., Strom VI, 110, 3ff.). Die Grundsymbolik der Sterne besteht darin, Abbild jener göttlichen Idee zu sein, nach der die Schöpfung sich um Gott bewegt, seinen Willen erfüllt. Die Sterne zeigen: Gott ist Mitte der Schöpfung, alles Leben kreist um ihn.

Der moabitische Seher Balaam hatte prophezeit: „Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: ein Stern geht in Jakob auf, ein Szepter erhebt sich in Israel“ (Nm 24, 17) – deshalb auch die Bezeichnung Jakobsstern. Diese auf Jesus Christus hin gedeutete Weissagung erhebt ihn zum König: „Stern,“ „Sonne“ und „Sonnenaufgang“ sind Begriffe, die in de Antike das Königtum verdeutlichen. Der neu aufgegangene Stern signalisiert aber nicht nur den neuen König, den Messias, sondern führt die Heiden – auf die ihnen angemessene Art – zur Krippe, wo sie vor Gottes Sohn anbetend niederknien, ihn durch symbolhafte Geschenke als Messias verehren. Der Stern, der den Weg zur Krippe weist, ist nach alter christlicher Tradition Christus selber. Er wird als achteckiger Stern dargestellt und galt als frühchristliches Symbol für Christus galt. Der Märtyrerbischof Ignatius von Antiochien formuliert: „Christus im Geheimnis der Menschwerdung ist selbst der Stern … Mit dem eignen Licht weist er also auf sich selber hin“ (Ambr. in Luc. II, 45). Diese Deutung wird in der Kunst aufgenommen, die den Stern der Magier mit Christusmonogramm, Kreuz oder der Christusgestalt verbindet. Die Domherren der Kölner Kathedrale, die die Reliquien der heiligen Dreikönige aufbewahrt, tragen bis zum heutigen Tag den Stern an einer Amtskette als Zeichen ihrer Würde.

6.8 Die heiligen Dreikönige

Im Rahmen der Geburtserzählung berichtet der Evangelist Matthäus (2, 1–16), und nur er tut dies, – ohne eine Anzahl anzugeben – von Magiern (gr. mágoi; im engeren Sinn Angehörige der medisch-persischen Priesterkaste; im weiteren Sinne Astrologen, Traum-, Orakeldeuter, Seher), die einen „Stern“ gesehen haben, dem sie über Jerusalem bis zum Geburtsort Christi gefolgt sind. Herkunft, Anzahl, Namen werden nicht genannt. – Heute wird die Historizität der Magiererzählung von der Forschung mehrheitlich nicht aufrechterhalten. Anhand der drei symbolischen Geschenke – Gold, Weihrauch und Myrrhe – wurde schon von Origines (um 185–254) die Dreizahl der Magier angenommen, was bald Allgemeingut wurde. Tertullian (um 160–220) verweist auf Jes 60, 3 „Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz“ und Ps 72, 10: „Könige von Tarschisch, Saba und Scheba bringen Geschenke“. Spätestens seit Caesarius von Arles (469–542) sind die drei Magier endgültig zu Königen geworden. Als letztes bilden sich für die drei Könige Namen aus. Die Legenda aurea nennt noch die angeblich hebräischen Namen „Appelius, Amerius, Damscus“ und die angeblich griechischen „Galgalat, Balthasar, Melchior.“ Aber schon das berühmte Mosaik aus dem 6. Jahrhundert in Ravenna (S. Apollinare Nuovo) listet auf: Der Älteste heißt Caspar, der mittlere Balthasar, der jüngste Melchior. Keiner der drei hat eine schwarze Hautfarbe. Seit dem 9. Jahrhundert sind Caspar (persisch: Schatzmeister), Melchior (= Gottesschutz) und Balthasar (= Lichtkönig) üblich. Einer davon, zunächst überwiegend Kaspar, dann aber Melchior, galt als „Mohr“ und Vornehmster der Drei. Seit Beda Venerabilis (674–735) repräsentieren die Dreikönige die drei Lebensalter: Jüngling, Mann „in den besten Jahren“ und Greis. Die Dreikönige versinnbildlichen darüber hinaus die drei damals bekannten Kontinente: Asien, Europa und Afrika. Als ihre Reittiere gelten die für den jeweiligen Kontinent typischen Tiere Kamel, Elefant und Pferd.

Der als Greis dargestellte Älteste der drei Könige versinnbildlicht Europa. Er bringt Gold als Geschenk mit und wurde ursprünglich in einer purpurroten Tunika mit grünem Mantel gezeigt. Sein Reittier ist das Pferd. Der rote Mantel, ein Königsmantel, ist heute noch vielfach üblich. Die Farben werden in der Symbolik alle auf Christus bezogen. Die Farbe Rot steht so für den Opfertod Christi.

Der König im besten Mannesalter vertritt Asien, weshalb es auch richtig ist, ihn Weihrauch überreichen zu lassen. Über einer roten Tunika trug er früher einen weißen Mantel. Heute wird er eher mit einem grünen Mantel dargestellt. Sein Reittier ist das Kamel. Weiß verweist auf die Reinheit und die Sündenfreiheit.

Der jüngste König steht für Afrika. Er bringt die Myrrhe, reitet auf einem Elefanten und trug früher eine grüne Tunika mit einem roten Mantel. Grün verweist auf die Auferstehung. Heute wird der „Mohrenkönig“ vielfach mit einem blauen Mantel ausgerüstet.

Über den weiteren Lebensweg der Dreikönige erzählen die Apokryphen. Das Proto-Evangelium des Thomas (6. Jh.) berichtet von ihrer Taufe. Sie sollen später zu Priestern und Bischöfen geweiht worden sein. Nach einer gemeinsamen Weihnachtsfeier seien alle drei kurz nach 53 nach Christus hintereinander gestorben. Die Reliquien der Dreikönige sollen durch Kaiserin Helena (+ 330), Mutter des ersten christlichen römischen Kaisers Konstantin (um 280–337), aufgefunden worden und nach Konstantinopel gelangt und von dort durch Bischof Eustorgius I. im 4. Jahrhundert nach Mailand verbracht worden sein. Sie ruhten in einem großen römischen Sarkophag in S. Eustorgio. Als Kaiser Friedrich Barbarossa 1162 Mailand erobert und zerstört, bemächtigt er sich auch der Reliquien der Stadt. Die Reliquien der hl. Dreikönige überlässt er seinem Kanzler, dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel (1159–1167), der sie am 23. Juli 1164 (Fest der Translation) feierlich in die Stadt Köln überführte. Hier wurde 1180–1225 durch den „Meister von Verdun“ für die Reliquien ein kostbarer Reliquienschrein, der aus der Kombination von drei Schreinen bestehende Dreikönigsschrein, angefertigt, der größte erhaltene des gesamten Mittelalters. Er wurde Anlass zum Bau der berühmten Kölner gotischen Kathedrale, für die 1248 der Grundstein gelegt wurde.

Die hl. Dreikönige galten als Reichsheilige, waren den deutschen Königen und Kaiser Vorbild und Fürbitter, weshalb sie nach ihrer Krönung in Aachen nach Köln zogen, zum Gebet vor dem Dreikönigsschrein. Die „Realpräsenz“ von königlichen Heiligen, die als erste Heiden Christus selbst in der Krippe gesehen und angebetet haben, darf für mittelalterliche Menschen nicht unterschätzt werden. Den Heiligen wurden starke Schutzkräfte zugesprochen: Sie helfen gegen Schicksalsschläge, sie wenden alles Böse von Mensch, Vieh und Haus. Die Bedeutung spiegelt sich bis heute in ihrem überaus kostbaren Reliquienschrein, in der für diesen Schrein gebauten Kathedrale, dem Kölner Dom, „Nonplusultra“ der Gotik, dem Wappen der Stadt Köln usw.

Stellen die Krippen selbst schon eine gewisse exotische Situation dar, wird dies durch die heiligen Dreikönige noch einmal getoppt: Ihre Erscheinung, Gewänder, Begleittiere usw. boten seit je die Möglichkeit, Pracht zu entfalten. Sie heben den Gegensatz zwischen dem armen Jesuskind und sich, der herrschenden Klasse, hervor. Mit den Hirten zeigen sie: Vor Jesus in der Krippe beugen die Entrechten und Fremde das Knie. Die Juden ignorieren die Geburt des Messias oder suchen ihn durch Häscher zu töten.

Die hl. Dreikönige können nach der Geburt Jesu als auf dem Weg zur Krippe gezeigt werden. Sie tauchen dort erst am 6. Januar, ihrem Festtag, auf.

6.9 Gold, Weihrauch und Myrrhe

Die Jesus Christus huldigenden Magier sind ikonographisch typisiert durch das aus der Antike bekannte Zeremoniell des „aurum coronarium“ (Goldkranzspende). Dabei überreicht – in der Regel ein Barbar – dem Triumphator einen goldenen Siegeskranz, Gaben und/oder Geld als Geschenk zu deren Anfertigung. Die Gabe von Gold ist eine symbolische Handlung: Gottes Sohn wird durch das Kostbarste geehrte, was die Erde bietet. Die Propheten – so interpretieren die Christen – beschreiben schon vorausschauend die messianische Endzeit, indem sie die Heiden mit Gaben und Schätzen in das Reich Gottes ziehen sehen, vgl. Jes 60,3 und Ps 72,10. Die Kirchenväter sehen die erste, symbolische Erfüllung dieser Weissagung in den Gaben der Magier an den neugeborenen Messiaskönig: „Die Weisen bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe dar. Gold gebührt dem König … Die Weisen verkünden also den, den sie anbeten, auch mit geheimnisvollen Geschenken: durch das Gold den König. Auch wir opfern dem neugeborenen Herrn Gold, indem wir ihn als den König des Weltalls anerkennen“ (Gregor d. Gr., Hom. 10 in Ev.). Die erste Goldgabe der Magier korrespondiert mit dem siegreichen Messias der Apokalypse: Sein Haupt ziert eine goldene Krone (Offb 14,14), 24 Älteste beten ihn an und legen ihre Kronen vor den Thron und dem Lamm nieder und opfern Räucherwerk in goldenen Schalen (4,10; 5,8). Myrrhe ist ein bitter schmeckender, wohlriechender Saft, der aus der Rinde einer Art des Balsambaumes sickert. Beim Trocknen kristallisiert er in Form durchsichtiger Körner von weißlicher bis roter Farbe, die beim Verbrennen Duft erzeugen und als Räucherwerk dienen. In der Antike war Myrrhe als kosmetisches Mittel sehr beliebt, aber auch als medizinisches Mittel. Der Jesus vor seiner Kreuzigung angebotene Myrrhe-Wein (vgl. Mk 15, 23) war ein Betäubungsmittel. Myrrhe war zugleich aber auch ein für die Einbalsamierung notwendiges Mittel. Nach mosaischem Gesetz war die Myrrhe auch Hauptbestandteil eines heiligen Salböls (Ex 30, 22–33). In der Hl.Schrift wird die Myrrhe mehrfach erwähnt, im Hohenlied allein siebenmal (Hld 1,12; 3,6; 4,6. 14; 5,1.5.13), oft in Verbindung mit anderen Wohlgerüchen (Sir 24, 20). Unabhängig von der Bedeutung der Myrrhe verweist sie in ihrer Zeichenhaftigkeit durch ihre Bitterkeit und ihre heilende Wirkung körperlicher Leiden und ihre Wirkung bei der Leichenkonservierung auf Leiden und Tod, aber auch auf das nachfolgende Leben. In der Hl. Schrift steht die Myrrhe in Verbindung mit der menschlichen Natur und dem Tode Christi, angedeutet durch die Myrrhe der Magier (Mt 2,11), durch den Myrrhenberg (gedeutet als Golgotha) des Hohenliedes (Hld 4,6) und durch das Myrrhenbüschlein am Busen der Braut (Hld 1,12), das ihr Gedächtnis an Christi Leiden symbolisiert. Das Gedenken des Leidens Christi gibt Kraft zur Entsagung und Askese. Abtötung bewahrt vor der Fäulnis des Lasters, wie Myrrhe den Leichnam vor Verwesung schützt. Gregor von Nyssa erläutert diese Symbolik anhand eines Verses aus dem Hohenlied 3,6: „Wer ist sie, die da aus der Steppe heraufsteigt in Säulen von Rauch, umwölkt von Myrrhe und Weihrauch, von allen Wohlgerüchen der Händler?“ … „Myrrhe ist erforderlich zur Einbalsamierung von Leichen. Weihrauch aber ist in gewissem Sinn der Ehre Gottes geweiht. Wer sich also in dem göttlichen Dienst hingeben will, wird nicht anders ein gottgeopferter Weihrauch sein, als wenn er zuerst Myrrhe wird, das heißt, seine Glieder hier auf Erden abtötet, mit begraben mit dem, der für uns den Tod erduldet, und jene Myrrhe, die bei der Bestattung des Herrn gebraucht wurde, an seinem eigenen Fleisch zur Tötung der Begierden anwendet“ (In Cant. Hom. VI; PG 44, 897). Weihrauch besteht aus dem Harz zweier Arten des Boswelliabaumes, das – kristallisiert – als gelblich, schwach durchsichtige Körner, verbrannt wird. Weihrauch als Geschenk der Magier verweist auf die Göttlichkeit des Beschenkten. Weihrauch gilt als Gottesduft, ihm schrieb man geheime Kraft, apotropäische Wirkung zu, und die Fähigkeit, Verbindung mit göttlichen Menschen herzustellen. Das Aufsteigen und die Ausbreitung des Weihrauchs symbolisiert die Entfaltung der Gottheit; der Duft war der Gottheit wesensgemäß, die dem Menschen sinnlich erfahrbar wird. Weihrauch war aber nicht nur Opfergabe, sondern ließ den Menschen der göttlichen Kraft teilhaftig werden. Im Judentum und Christentum behielt der Weihrauch seine Symbolik: Vergeistigung, Emporstreben, Opfer, Gebet. Weihrauch wurde zum sakralen Symbol Gottes. Im Christentum wird der Weihrauch zum Symbol für Christus. Christus selbst ist das Weihrauchgefäß, das „allen überweltlichen und alles Kreatürliche übertreffenden Duft in sich trägt und mit ihm das All erfüllt“ (Cyrill von Alexandr., De adoratione lb. X).

Hier ist auch der geistige Ort für das „Räuchern“ zu Weihnachten mit Räuchermännchen, aber auch das „Ausräuchern“ von Haus und Stall in den Rau(ch)nächten, also in der Zeit zwischen den Jahren.

6.10 Salome und Zelome

Die Geburt eines Kindes durch eine Jungfrau, die auch nach der Geburt im Stand der Jungfräulichkeit (= Parthenogenese) bleibt, stellte für die Antike ein geringeres Problem dar als für uns moderne Menschen. Jungfrauengeburten wurden auch an anderen Stellen berichtet (Buddha, Augustus, Sargon). Die Bibel selbst, vor allem aber die Apokryphen haben diese Jungfräulichkeit herausgestellt. Die Vorstellung, dass ein Kind geboren wird, das keinen leiblichen Vater hat und nicht auf natürlichem Wege gezeugt ist, verweist ins Übernatürliche. Der Ursprung des Kindes kann nur bei Gott liegen, dem nichts unmöglich ist. Wie könnte auch der Sohn Gottes von einem Menschen gezeugt worden sein? Unsere Zeit hat versucht, diese Glaubenslehre zu entmythologisieren, die Jungfrauengeburt als Mythos zu beschreiben. Zumindest für katholische und orthodoxe Christen ist dies keine Lösung. Dass die Jungfrauengeburt aber schon in den ersten christlichen Jahrhunderten ein Ärgernis darstellte, beweist eine im Proto-Evangelium des Jakobus (Kap. 19f.) berichtete Episode. Josef geht auf die Suche nach eine jüdischen Hebamme und trifft auf eine Frau – Zelome oder Eva (Wiedergeburt der Stammmutter) genannt – , die der Gottesmutter bei der Geburt beisteht. Diese wiederum trifft auf eine Frau namens Salome, die nach der Geburt Jesu die Jungfernschaft Mariens bezweifelt, untersucht und durch das Verdorren ihrer Hand bestraft wird. Auf ihr Gebet hin erhält sie Vergebung.

Interessanter Weise finden sich diese beiden Frauen auf vielen Tafelbildern, aber in kaum einer Krippe – zumindest gehören sie nicht zum Standardprogramm. Entweder hat man sie nicht für nötig erachtet, weil die Jungfräulichkeit Mariens keiner weiteren Bestätigung bedurfte oder man hat die Einbeziehung dieser Frauen schon als anstößig empfunden. Jedenfalls kann man sie nicht deshalb ausgelassen haben, weil sie auf apokryphen Quellen fußen: Dann müssten auch Ochs und Esel fehlen.

7 Krippenbrauchtum

7.1 Paradies- und Krippenspiel

Am 24. Dezember gedachte die Kirche des ersten fiktiven Menschenpaares, Adam und Eva, durch die Sünde und Tod in die Welt gekommen sind. Die Erlösung von Sünde und Tod beginnt in der Menschwerdung des Erlösers, deren am 25. Dezember gedacht wird. Eben diese Spannung, zwischen Adam und Christus, Tod und Leben, Sündenverfallenheit und Erlösung, inszeniert das kirchliche Krippenspiel, Christgeburtspiel. Dem eigentlichen Krippenspiel ging das Paradiesspiel voraus, das die Begründung für die Erlösungsbedürftigkeit der Menschen vorführte: Der Schöpfung der Welt und des Menschen folgen der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies. „Erkennungszeichen“ des Paradiesspiels war der Paradiesbaum, der nach dem Paradiesspiel auch während des eigentlichen Krippenspiels stehen blieb und so zu einer der Wurzeln des Christbaums wurde. Das Krippenspiel als katholisches Mysterienspiel wurde durch das protestantische Besucherspiel faktisch (vgl. Christkind) abgelöst. Vor allem vor den spätnachmittäglichen Kindermetten werden aber heute wieder moderne Krippenspiele aufgeführt. Als nach der Reformation spätestens in der Aufklärung das Krippenspiel den Kirchenraum verließ und eigene, säkulare Theaterformen (Stockpuppen-, Marionettentheater) entwickelte, nahm es auch tradierte Figuren mit. Aus dem Kaspar der Dreikönige wurde der Kasper oder das Kasperle.

Das gewickelte oder faschinierte (lat. fascia = Binde, Wickelband, Windel; vgl. österreichisch „faschen“ = mit einer „Fasche“ umwickeln) Jesuskind – deshalb auch Fatschenkind – entspricht der biblischen Vorgabe (Lk 2,7.12). Bildlich dargestellt wird das in Windeln gewickelte und in der Krippe liegende Jesuskind seit dem 3. Jahrhundert auf Sarkophagreliefs mit Binden umschnürt, wie Kleinkinder in etlichen Teilen dieser Welt bis in die Gegenwart gewickelt werden. Die Windeln Jesu erinnern nicht nur offensichtlich an den in Leinentücher liegenden Leichnam Christi. Die Windeln Jesu verdeutlichen auch eine theologische Aussage. Hier wird nicht nur der Gott gezeigt, der sich in aller Form als Teilnehmer des Menschseins zeigt, er ist wirklich Mensch, hilflos und verletzlich.

7.2 Christbaum und Christbaumschmuck

In allen Kulturen und Religionen symbolisiert der Baum das Leben; deshalb sind Bäume Göttersitze, befinden sich heilige Orte in Hainen, entstehen Gerichtslinde und Maibaum. Auch in der Bibel spielen Bäume eine große Rolle: vom Paradiesbaum über den „Baum der Verheißung“ (vgl. Arbor-Jesse-Thematik) bis zum Kreuzesbaum. Mit brennenden Kerzen bestückte Christbäume finden sich zuerst bei protestantischen adligen und wohlhabenden bürgerlichen Familien und dringen erst dann im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts zunächst in die Wohnstuben evangelischer Familien und ab dem 19. und 20. Jahrhundert in die Wohnzimmer katholischer Familien. In Österreich steht 1816 der erste Weihnachtsbaum, in Frankreich 1840 – nachdem Lieselotte von der Pfalz 1710 vergeblich die Einführung versucht hatte. Durch den deutschen Prinzgemahl Albert der britischen Königin Victoria (1837–1901) fand der Weihnachtsbaum auch nach England. Von der Sitte, am Nachmittag des Heiligabends auf den Gräbern kleine Christbäume mit Kerzen aufzustellen, wird Ende des 19. Jahrhunderts erstmalig berichtet. Der in Bayern, Österreich und im Elsass verbreitete Brauch nimmt die Toten in die menschliche Schicksals- und Festgemeinschaft mit hinein. Hier wird der gleiche Gedanke realisiert wie beim Mettenmahl.

Kerzen am Christbaum tauchen im 17. Jahrhundert auf als sich die Weihnachtsfeier in den privaten Bereich verlagerte. Die Christbaumkerzen nehmen die weihnachtliche Lichtsymbolik auf: Jesus Christus hat sich als das Licht der Welt (Joh 8, 12) bezeichnet und bringt mit seiner Geburt Licht in unsere Welt; gefeiert wird dies in der längsten Nacht des Jahres. Die weite Verbreitung von Kerzen am Christbaum wurde zunächst durch die Erfindung der Kunstwachskerzen aus Stearin möglich, weil sich Bienenwachskerzen breite Bevölkerungsschichten nicht leisten konnten. Das Aufkommen elektrischer Christbaumkerzen hat die Christbaumbeleuchtung relativ ungefährlich gemacht.

Der Schmuck des Christbaums bezieht sich auf das zu feiernde Ereignis, zeigt, welche Funktion der Baum hat. Aus der Tradition des Paradiesbaums kommend, war der Christbaum paradiesisch geschmückt: An ihm hingen (rote) Äpfel, rote Schleifen, (vergoldete) Nüsse, Plätzchen und Zuckerzeug. Christbaumkerzen sind ab dem 17. Jahrhundert nachweisbar. In diesem Jahrhundert wird der Christbaum zugleich auch Gabenbaum, d.h. an ihm hängen (auch) Spielsachen für die Kinder, eine Sitte, die in dem miniaturisierten Holzspielzeug (Berchtesgadener Land, Thüringen), das als Christbaumschmuck verwendet wird, fortlebt. Während die Christbaumkerzen die mit Weihnachten verbundene Lichtsymbolik aufnehmen, verdeutlichet der alte Christbaumschmuck den Zusammenhang von Weihnachten und Ostern, Krippe und Kreuz: Die roten Äpfel und Schleifen versinnbildlichen das Blut, das der Neugeborene später vergießen wird, um die Menschen zu erlösen, vgl. Grün und Rot. Daß Krippe und Kreuz eine Einheit bilden, dass der Neugeborene als Erlöser und nicht als bloßes Kleinkind gefeiert wird, drückten die Menschen damit sinnfällig aus. In dem Maße, wie das Bewußtsein vom Inhalt des Weihnachtsfestes und der Funktion und Symbolik des Christbaums schwand, drangen ästhetisierende Elemente ein: Lametta (Engelshaar), das vor allem bei falscher Entsorgung Umweltprobleme bringt, und Christbaumkugeln aus Glas, Metall und Kunststoff, die als Ersatz der ehemaligen Paradiesäpfel dienten. Noch weiter entfernt sind künstlicher Schnee, Goldketten usw. Christbaumkugeln aus Glas wurden möglich, als es Justus von Liebig 1870 in Morgenstern bei Gablonz gelang, Glaskörper von innen zu versilbern. Lauscha in Thüringen und Rosenheim in Oberbayern sind Zentren des gläsernen Christbaumschmucks.

7.3  Weihnachtslieder und Wechselgesänge

Das Weihnachtslied hat nicht nur eine lange Geschichte mit vielen Entwicklungsstufen durchgemacht, sondern – wie viele andere religiöse Bräuche auch – seinen Ursprung in der Liturgie. Seit dem 3. Jahrhundert sind für Weihnachten spezielle Hymnen und Responsorien nachgewiesen, die aber wiederum ältere Vorlagen haben.

Jede Zeit hat ihre Weihnachtsmusik und einen eigenen Stil von Weihnachtsliedern geprägt. Dies ist ein eigenes Thema, dem man sich allein ein ganzes Semester und mehr zu wenden könnte.

7.4 Lichtsymbolik

Christus selbst hat sich als das Licht der Welt definiert (Joh 8,12). Das Johannes-Evangelium ist ganz wesentlich durch diese Lichtsymbolik geprägt. Christus als aufgehende Sonne, als derjenige, der Licht ins Dunkel bringt, nimmt uralte Metaphern auf, die schon für Jahwe gegolten haben: Als Feuersäule beschützt Gott die Israeliten beim Auszug aus Ägypten, im brennenden Dornbusch begegnet Gott dem Moses. Die Verklärten strahlen laut Bibel ein überirdisch helles Licht aus. Das Licht ist erstens eine Metapher der Nächstenliebe und zweitens der Vorsicht und Erwartung: Vor allem Kerzen symbolisieren die Nächstenliebe, weil sie Licht und Wärme spenden und sich selbst dabei für andere verbrauchen. Im Gleichnis von den Klugen Jungfrauen (Mt 25,1–13) versinnbildlicht die brennende Laterne die ständige Bereitschaft, die permanente Erwartung des Herrn. Neben der weihnachtlichen Baumsymbolik ist die Lichtsymbolik das überzeugendste Bild für das Mitzuteilende.

7.5 Strohhalmlegen

Ein Brauch, der kaum mehr ausgeübt wird, weil er – ähnlich dem berüchtigten „Fleißkärtchen“ – durch eine übertreibende Pädagogik falsch geübt wurde, ist das Strohhalmlegen, auch Krippe füllen genannt. Dafür wird die Krippe, die am Heiligen Abend unter dem Christbaum steht, am 1. Adventsonntag bereits leer aufgestellt. Jedes Kind im Haus, das im Advent eine gute Tat vollbringt – Streit schlichtet, freiwillig im Haushalt hilft, eine gute Note mit nach Hause bringt usw. – darf einen Strohhalm in die Krippe legen. Ziel ist es, das Jesuskind zu Weihnachten möglichst weich zu betten, also mit Hilfe vieler guter Taten die Krippe mit Stroh zu füllen. Der alte Brauch vermittelt anschaulich – wird er mit Verstand ausgeführt – , dass Verzicht auf Eigennutz und Streit, Friedfertigkeit und tätige Nächstenliebe eine tragfähige Basis für den Christen abgeben. Ein gutes Gewissen ist eben ein sanftes Ruhekissen – auch für das Christkind in der Krippe.

7.6 Herbergssuche und Frautragen

ls ein Teil des Weihnachtsspiels hat sich die Herbergssuche als Adventsbrauch im Spätmittelalter verselbständigt; im 16. Jahrhundert wurde sie neu geformt und entfaltet. Jugendliche ziehen von Haus zu Haus und singen mit verteilten Rollen ein Herbergslied.

Das Frautragen ist eine besondere Form der Herbergssuche. Beim Frautragen wird in der Adventzeit eine Marienplastik oder ein Marienbild (Mariä Heimsuchung, Maria gravida, Herbergssuche), die Frautafel, an den neun letzten Abenden vor der Christnacht von einem Haus in das andere getragen und auf einem Hausaltar zur Andacht für die Familie und die Nachbarschaft aufgestellt. In der Christnacht gelangt die Frautafel schließlich in die Kirche, um nach dem Gottesdienst an ihren ursprünglichen Ausgangsort zurückzukehren. Den Brauch des Frautragens – unpräzise meist als „Frauentragen“ (der Plural von „Frau“ ist unzutreffend) bezeichnet -, als wandernde Muttergottesandacht auch in Baden bekannt, ansonsten auch Madonna itinerante genannt, hat es im deutschsprachigen Raum gegeben; er besteht in Tirol und der Steiermark trotz verschiedener Verbote bis heute fort. In der Obersteiermark gibt es parallel das Josefitragen. Das Frau- und das Josefitragen sind spezielle Formen der Herbergssuche, die als Form gegenreformatorisch-barocker Frömmigkeit von den Jesuiten und Franziskanern gefördert wurden. Eine moderne Variante hat Frankreich im Jahr 1944 begründet: Vier Kopien des Gnadenbildes von Boulogne wurden auf der „Grand Tour de Notre Dame de Boulogne“ durch Frankreich geführt. Dies wiederum war Vorbild für die Kapuziner in Locarno, Schweiz. Sie sandten am 3. März 1949 ihre Madonna del Sasso auf eine viermonatige Pilgerreise durch das ganze Tessin, um in der in Sünde verharrenden Welt ein Zeichen zu setzen.

7.7 Dreikönigskult und Sternsinger

Die hl. Dreikönige galten als Reichsheilige, waren den deutschen Königen und Kaiser Vorbild und Fürbitter, weshalb sie nach ihrer Krönung in Aachen nach Köln zogen, zum Gebet vor dem Dreikönigsschrein. Die „Realpräsenz“ von königlichen Heiligen, die als erste Heiden Christus selbst in der Krippe gesehen und angebetet haben, darf für mittelalterliche Menschen nicht unterschätzt werden. Den Heiligen wurden starke Schutzkräfte zugesprochen: Sie helfen gegen Schicksalsschläge, sie wenden alles Böse von Mensch, Vieh und Haus. Die Bedeutung spiegelt sich bis heute in ihrem überaus kostbaren Reliquienschrein, in der für diesen Schrein gebauten Kathedrale, dem Kölner Dom, „Nonplusultra“ der Gotik, dem Wappen der Stadt Köln usw. Das Dreikönigswasser galt als „hochgeweihtes“ Wasser. Bis heute haben zahlreiche Gaststätten nicht nur im Rheinland Namen, die daran erinnern, dass Pilger an ihnen vorbei auf dem Weg nach Köln gezogen sind: Stern, Mohr, Dreikönige … Der Dreikönigstag (auch: Groß-Neujahr genannt, weil der Termin zeitweise auch als Jahresanfang galt) galt als Perchtentag, an ihm enden die Raunächte; die Nacht vom 5. auf den 6. Januar ist die schlimmste und gefährlichste der Raunächte, die Oberstnacht. An diesem Tag wurde das – ursprünglich apotropäische – Türkreuz angebracht, das im Segenszeichen der Sternsinger aufging. Die heiligen Dreikönige waren natürlich auch Gegenstand der Weihnachtskrippe und des Krippenspiels bzw. Dreikönigsspiels. Als letzteres aus dem Kirchenraum „auswanderte“ und in Puppentheatern (Hänneschen-Theater) heimisch wurde, gerierte Caspar zum Kasperle.

Ein Dreikönigsfest kennt der liturgische Kalender nicht, außer in Köln, von wo sich dieser Brauch seit dem 13. Jahrhundert durchgesetzt hat. Im römischen Generalkalender heißt dieser Tag heute Hochfest Erscheinung des Herrn, früher auch Epiphania. Nachdem 1164 (Translationfest 23. Juli) die Gebeine der heiligen Dreikönige von Mailand nach Köln gelangt waren, bildete Köln das Zentrum der Dreikönigsverehrung. Wallfahrten und Prozessionen, Patrozinien, Patronate, Bruderschaften bildeten sich. Als Feiertag ist der Dreikönigstag heute fast überall abgeschafft. Gesetzlicher Feiertag ist der Dreikönigstag noch in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, in Österreich und in Teilen der Schweiz. Auch dort, wo der Dreikönigstag nicht mehr gesetzlicher Feiertag ist, wirkt das alte Fest aber noch insofern nach, als die weihnachtlichen Schulferien erst nach dem 6. Januar beendet sind, die Schule also meist mit dem 7. Januar beginnt. Der Vorabend des Dreikönigstages spielte im Volksglauben eine besondere Rolle.

Als letzter Abend der zwölf Raunächte, der als der schlimmste galt und deshalb Oberstnacht hieß, traten noch einmal Jahresendbräuche auf: Dämonenglaube und Christentum waren hier bemerkenswert miteinander verknüpft. Es war aber auch die Dreimahlsnacht, in der ein dreifaches Mahl, das Dreikönigsmahl, eingenommen wurde. Man darf sich vorstellen, dass an diesem Abend ein fröhliches (Familien-) Fest gefeiert wurde, mit dem offiziell auch die Karnevalszeit begann.

Beim Dreikönigsfest wurde seit dem 13. Jahrhundert der „König“, Freudenkönig oder Bohnenkönig, bestimmt, der einen ganzen närrischen Hofstaat (z.B. Rat, Sekretär, Arzt, Mundschenk, Vorschneider, Diener, Sänger, Musikant, Koch, Hofnarr) bestimmte und mit ihm feierte. Wenn der König trank, mussten alle rufen: „Der König trinkt.“ Dieses Satz wurde geradezu zum Synonym für dieses Spiel, das bis zur Mitternacht dauerte und von jedem verlangte, dass er seine Rolle durchspielte. In den Niederlanden wurde jeder, dem beim Spiel ein Fehler unterlief, mit einem schwarzen Strich ins Gesicht gekennzeichnet. Dieser Teil des Dreikönigsfestes trug auch den Namen Königsspiel. Das Auslosen des Königs geschah durch das Einbacken einer Bohne in den Königskuchen; verschiedentlich wurden auch zwei Bohnenkerne eingebacken, wobei die schwarze Bohne den König und die weiße die Königin bestimmte. In Frankreich, wo es diesen Brauch auch gab, hieß der Kuchen Galette du Roi. Anderswo wurde der König durch Auslosen bestimmt; es wurden Losbriefe ausgestellt, so genannte Königsbriefe. Der König musste – zu einem späteren Zeitpunkt – ein Königsessen ausrichten. Das Königsspiel war in Europa weit verbreitet. In England nannte es sich Lord of Misrule (Herr der Unordnung und des Unfugs) oder Bohnenkönig mit der Königin Markfett. Vielleicht hat der Brauch, durch eingebackene Münzen oder vergleichbare Gegenstände (Bohne, Mandel, Erbse) einen Glücklichen zu ermitteln, im griechischen Neujahrsbrot (vgl. Neujahrsgebäck) das Vorbild. Die Dienstboten feierten ein eigenes Königsspiel, das den Namen Schwarzer König trug.

Die beim Dreikönigssingen von Haus zu Haus ziehenden Sternsinger führten früher – vor der Neubelebung des Brauchs nach dem Zweiten Weltkrieg – einen drehbaren Stern mit sich und sangen deshalb ein „Sterndreherlied.“ Ein solches überliefert „Des Knaben Wunderhorn“ (S. 807f.):

Wir reisen auf das Feld in eine Sonne,
Des freuet sich die englische Schar,
Wir wünschen euch allen ein glückselig Neujahr.
Wir wünschen dem Herren einen goldenen Hut,
Er trinkt keinen Wein, denn er sei gut;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen dem Herrn ein tiefen Bronnen,
So ist ihm niemals sein Glück zerronnen;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen dem Herrn eine[n] goldnen Mutzen,
Er läßt sich auch von keinem trutzen;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen dem Herrn einen goldenen Tisch,
Auf jeder Eck einen gebackenen Fisch;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen der Frau einen goldenen Rock,
Sie geht daher als wie eine Dock;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen dem Sohn eine Feder in die Hand,
Damit soll er schreiben durch ganze Land;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen der Tochter ein Rädelein,
Damit soll sie spinnen eine Fädelein;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen der Magd einen Besen in die Hand,
Damit soll sie kehren die Spinnen von der Wand;
Des freuet sich usw.
Wir wünschen dem Knecht eine Peitsche in die Hand,
Damit soll er fahren durch[s] ganze Land;
Des freuet sich usw.

Dieses Brauchtum lässt sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts als Dreikönigssingen oder Sternsingen nachweisen. Zunächst nur erwerbslose Handwerker und Soldaten, später Kinder mit Bettelsack zogen singend von Haus zu Haus und erheischten dabei Süßigkeiten und Geschenke. Meist waren drei oder auch mehr als Könige verkleidet, einer immer als „Mohr“. Die Gruppe führte einen Stern mit sich, der sich drehen ließ. Wiederbelebt wurde der Brauch nach dem Zweiten Weltkrieg. Kinder werden offiziell als Sternsinger ausgesandt, die für Kinder in der Dritten Welt Gaben singen, sammeln und segnen. An oder über die Haustür schreiben sie dabei mit Kreide die neue Jahreszahl und verknüpfen diese mit dem Buchstaben C, M und B, die keine Abkürzungen für Caspar, Melchior und Balthasar sind, sondern den Segensspruch Christus mansionem benedicat (= Christus segne dieses Hauses) bedeuten.

7.8 Lüttenweihnacht

Nach altem Aberglauben können die Tiere in der heiligen Nacht nicht nur sprechen, sie verdienten auch als Teil der erlösten Natur besondere Zuwendung, denn sie haben in der Gestalt von Ochs und Esel Anteil an der Geburt Christi gehabt. Im Mittelalter legte man in der Heiligen Nacht Hafer aufs Dach und gab ihn Weihnachten den Tieren zu fressen. Noch heute werden die Haustiere zu Weihnachten besonders gut verpflegt. Bauern in Bayern legen vor dem Gang zur Mette ein Bündel Heu ins Freie, das so genannte Mettenheu, das sie nach der Mette den Tieren zum Fraß vorwerfen. Nach abergläubischer Sicht soll dieses Futter vor Hexen und Seuchen bewahren. Auch die Pflanzenwelt wird nicht vergessen: Bäume werden geschlagen, beklopft, mit Stroh umwickelt, begossen, damit sie wachsen und fruchtbar sind (Baum wecken). Der Begriff Lüttenweihnacht (auch: Tierweihnacht) verwendet den alten Begriff für „klein“, vgl. Lützel (z.B. Koblenz-Lützel) oder das engl. „little“, und verweist damit auf die unter dem Menschen stehende belebte Natur.

7.9 Josefsverehrung

Treffend hat ein Autor kürzlich sein Buch über den Nährvater Josef mit dem Titel: „Der Mann am Rande“ überschrieben. Josef, der Ziehvater Jesu, war derart weit am Rande, dass er auf frühen Darstellungen der Geburt sogar über den Rand gefallen scheint: Er fehlte bei diesen Geburtsdarstellungen völlig. Dann erst wird er Teil der Geburtsszene, allerdings heißt dieser Darstellungstyp Josefszweifel: Josef wird – fast schlafend – niedergedrückt, sinnend gezeigt. Erst sehr viel später übernimmt er in den künstlerischen Darstellungen kleinere Aufgaben: Er bereitet das Bad Jesu vor, kocht ein Süppchen, gibt seine Hosen für das Jesuskind her (Josefshosen). Der Mann am Rande steht aber im Zentrum, wenn es den biblischen Autoren um den Nachweis geht, dass Jesus aus dem Geschlecht Davids stammt. Als solcher wird Josef eingeführt, der aber als Nährvater Jesu, Gedenktag ist der 19. März, nicht als der genetische Vater Jesu gilt. Josef hat Zweifel gehabt. Viermal erscheint ihm ein Engel im Traum (Mt 1, 20; 2, 13.19.22): Josef lässt sich einfordern und in die Pflicht nehmen. Die sprichwörtliche Randfigur ist Josef – zumindest in Kunst und Literatur – bis in das 19. Jahrhundert geblieben, bis die Entdeckung der Kindheit der Kinder die Rolle der Erzieher in den Vordergrund stellte und – aus biblischem Blickwinkel – die Kinderstube Jesu in Nazareth als beispielhaft vorgeführt wurde. Die zum Teil zeitgenössische Zeigefingerpädagogik hat es oft penetrant verstanden, unter Hinweis auf den natürlich stets liebenswerten Jesusknaben entsprechende Forderungen an die eigenen Kinder abzuleiten. Eine Gegenbewegung gegen den bedeutungslosen „Mann am Rande“ gibt es seit dem 14. Jahrhundert als Bernardin von Siena, Bernhard von Clairvaux, Ignatius von Loyola, Teresa von Avila und Franz von Sales den heiligen Josef neu zu sehen begannen. Auch in der Gegenwart gibt es eine neue Entwicklung: Jüngere Autoren suchen wieder einen neuen Zugang zu diesem Menschen. Der 19. März wird seit dem 10. Jahrhundert als Gedenktag gefeiert, vielleicht mit der Absicht, das Fest der Minerva, der Göttin der Handwerker, zu überdecken oder zu ersetzen. Der Franziskanerpapst Sixtus IV. (1471–1484) bestätigte offiziell diesen Festtag. Das Konzil von Trient schloss sich dem an. Die Habsburger erkoren den heiligen Josef zu ihrem Hausheiligen. Nachdem Kaiser Ferdinand II. (1619–1637) 1620 mit einem Bild des Heiligen in die Schlacht gegen die pfälzisch-böhmische Armee am Weißen Berg gezogen war und den Sieg errang, wurde der Josefstag zum Feiertag. Seit 1621 fand sich der Josefstag als Feiertag im römischen Kalender, im Mai 1676 wurde Josef zum Hauptpatron des römischen Reiches, 1870 Schutzheiliger der ganzen Kirche. Das Fest „Heiliger Josef, der Arbeiter“, hat Pius XII. 1955 eingeführt, ein Gedenktag, der den Nährvater Jesu mit dem Tag der Arbeit am 1. Mai, der schon vorher im außerkirchlichen Raum begangen wurde, in Verbindung bringen soll. Der 19. März gilt als Josefitag. Josef ist der Schutzpatron der Arbeiter und besonders der Zimmerleute. Kärnten, Steiermark und Tirol haben ihn zum Patron gewählt. Die Berchtesgadener Zimmerleute ließen bei ihrem Festgottesdienst ein Baumwollbrot weihen, ein Hefeteigbrot mit Rosinen aus vier aneinander gebackenen Teilen. In Italien und einigen Alpenländern erinnern die Josefi-Kücherl, ein Schmalzgebäck, an den Schattenheiligen, dessen Gedenktag früher in Bayern ein Feiertag war. In den Alpenländern „bestellten“ sich die jungen Burschen an diesem Tag ihr Ostergeschenk, das sie am Ostermontag bei ihren Mädchen abholten. Das Ostergeschenk bestätigte das Liebesverhältnis. Es bestand aus drei rot gefärbten Eiern, die mit Liebesversen beschrieben waren. Ein einzigartiger Josefsbrauch hat sich in San Marino in Pensilis/Campobasso, Region Molise, erhalten. Schon wochenlang vor dem Gedenktag des Schutzpatrons San Giuseppe bereiten die Frauen ein Fest vor, für das sie riesige Platten und Schüsseln mit Essen herrichten: Bohnen, Erbsen, Makkaroni, Reis, Stockfisch, marinierte Schnecken, Käse und Früchte. Hier ist es Tradition, am Josefstag und während der Fastentage bis zum Osterfest die Ärmsten der Armen in dieser ärmlichen Gegend zu beköstigen. Die Speisen sind unter einem Josefsaltar angerichtet. Während alle den Rosenkranz beten, wartet man auf Mitternacht. Mit dem Glockenschlag um Mitternacht wandelt sich die Szene. Die Dame des Hauses ruft: „San Giuseppe noi siamo pronti“ – Heiliger Josef, wir sind bereit – und die Szene wandelt sich in ein Freudenfest mit Musik und Tanz. Am Josefstag selber, einem Feiertag in dieser Region, sind in allen Gemeindesälen Tafeln aufgebaut, an denen aber jeweils nur dreizehn Personen sitzen: Am Kopfende Josef, eine der Tradition nach verheiratete Frau als barfüßige Maria und das „Jesuskind“ und weitere zehn Personen, die Engel darstellen. Dies sind Arme, Behinderte oder Kinder aus ärmlichen Verhältnissen. Aufgetragen werden dreizehn verschiene Speisen – und dies täglich bis Ostern. Der Gedenktag des hl. Josef ist auch der Anknüpfungspunkt der Fallas in Valencia, Spanien, die in jedem Jahr vom 12. bis 19. März gefeiert werden. Das Festival der Flammen ist heute primär ein touristisches Ziel. Das mozarabische Wort Falla leitet sich vom lat. facula = Fackel ab. Wenn vor den Zeiten des elektrischen und gasbetriebenen Lichtes die Handwerker am Fest des hl. Josefs die Arbeit bei Kunstlicht aufgaben, wurden die Holzleuchter und alles übrige überflüssige Holz verbrannt.

7.10 Christkind einläuten

In einigen katholischen Regionen läuteten am 17. Dezember um 15 Uhr alle Glocken. Dies war nicht nur der Hinweis auf das eine Woche später beginnende Weihnachtsfest. Bis zur römischen Kalenderreform feierte die Kirche an diesem Tag das Gedenken an Lazarus aus Bethanien, den Jesus wieder ins Leben gerufen hatte. Das Glockengeläut an diesem Tag erinnerte an die an diesem Tag fälligen Weihnachtsgaben für Alte und Kranke und die anstehenden Weihnachtsbesuche.

8. Theologische und volkskundliche Essenz

“Ecce homo” – Seht diesen Menschen, sagt Pilatus vor den Juden über den gegeißelten Christus. Und wenige Jahre später ergänzen die Kirchenväter das Wort des Pilatus: „Ecce Deo“ – Seht diesen Gott. Gott und Mensch zugleich, wahrer Mensch und wahrer Gott, um diese Erkenntnis und das rechte Verhältnis beider Naturen streiten die ersten Jahrhunderte. Ihr Ergebnis ist die Lehre von der Hypostatischen Union, vom Gott-Mensch-Verhältnis in Jesus Christus. Ihr Ergebnis ist auch die Lehre von Maria als Gottesgebärerin und Jungfrau, als Verkörperung der Kirche, als erste Christin. „Wer die Menschwerdung Gottes vor Augen hat, der muss den Weg zur Gottesmutter finden, weil sie uns zeigt, dass Christus nicht allein in der göttlichen Natur und durch sie Heil wirkt, sondern zugleich in seiner mitwirkenden menschlichen Natur und durch sie“, sagt Joachim Kardinal Meisner. Christologie und Mariologie verknüpfen sich mit der Krippendarstellung, lassen sich in dem ikonographischen Programm der Weihnachtskrippe wieder finden. Diese nimmt ihren Weg von den frühchristlichen Sargreliefs, Ikonen und Buchmalerei, über Krippenspiele und Weihnachtslieder hin zur Kirchen- und zur Familienkrippe.

Die Familienkrippe, in Italien im 16. und 17. Jahrhundert, in Deutschland im 17. und 18. durch die Katholische Reform propagiert, sucht Epiphanie und Theophanie zu verinnerlichen und in die Gegenwart zu holen. Gott ist nicht nur damals in Menschengestalt in die Welt gekommen, die Inkarnation geschieht permanent, nicht zuletzt in jeder Eucharistiefeier. Weil die Menschen Kinder Gottes sind.

In Maria wird Gott Mensch. Und weil der Anfang immer mitgeht, ist dieser Anfang Maria. Ihre Gegenwart in der Kirche ist Garantie, dass die Kirche nicht entweltlicht, aber auch nicht verweltlicht wird, dass sie nicht entmenschlicht, aber auch nicht verweltlicht wird, dass sie nicht entfleischlicht, aber auch nicht zum Fleisch wird.

Jeder von uns, das will die Weihnachtskrippe vermitteln, hat eine marianische Berufung: den Willen Gottes zu tun, ihm Mutter werden, d.h. ihn zur Welt zu bringen. Christus hatte nur 33 Jahre, um die in ihm wohnende göttliche Liebe auszudrücken. Er hat nur einmal auf seine Weise leben und nur einmal auf seine Weise sterben können. „Habt Mitleid mit ihm“, sagt Paul Claudel, „der nur 33 Jahre hatte um zu leiden. Fügt euer Leid zu seinem, weil man nur einmal sterben kann.“ Christus ist nur einmal geboren worden, weil er immer wieder geboren werden wollte. Wir alle sind für die Liebe Christi Gelegenheiten, sich zu offenbaren. Wir alle sind – so gesehen – Re-inkarnationen Christi.

Die Weihnachtskrippe ist ein in dreidimensional inszeniertes uraltes Programm: Ecce homo – ecce deo. Die Lehre der Hypostatischen Union wird aus der hohen Theologie in das Alltagsleben hineingeholt. Bestandteil des Glaubens wird sie weniger über das Hirn als durch das Herz.

Und dieses dargestellte Gottesbild der Weihnachtskrippe hat eine Konsequenz, denn davon abzuleiten ist der Mensch: Geschaffen nach Gottes Bild – in Jesus Christus sind wir selber Gotteskinder geworden.

In früheren Zeiten haben dies die Menschen noch gewusst. Deshalb konnte der Priesterdichter Peter Dörfler (1878–1955) sagen: „Der Wein der Religion wird im Kelch der Heimat gereicht. Das Gotteshaus, der Friedhof, die Kapelle, der Herrgottswinkel, das Kirchenjahr mit seinen Festen und Bräuchen – zuvörderst die Krippe darin – all das sind doch die Gefäße, in denen die Lehren des Glaubens dargereicht werden.“ (Aus: Die Weihnachtskrippe 1978, hrsg. von der Landesgemeinschaft der Krippenfreunde im Rheinland und Westfalen. Telgte/Köln 1978, S. 5).

Chronologie:

274: 25.12. In Rom wird das heidnische Fest „Natalis Solis invicti“ eingeführt

ca. 300: In Ägypten wird Weihnachtsgottesdienst gefeiert; aus Faijum ist ein Liedblatt erhalten, dass einen weihnachtlichen Wechselgesang von Chor und Gemeinde belegt

336: 25.12. Weihnachtsfest wird in Rom gefeiert; Quelle: röm. Kalender (Filocalus)

354: 25.12. Weihnachtsfest wird in Rom gefeiert; Quelle: röm. Kalender (Chronograph)

354: 25.12. Erste (belegbare) Weihnachtspredigt in Rom durch Papst Liberius in S. Liberiana (dort wird eine – unechte – Reliquie der Krippe von Betlehem aufbewahrt)

ca. 360: In Nordafrika wird Weihnachten gefeiert

379: 25.12. Gregor von Nyssa führt in Ostrom den 25.12. als Festtermin ein; für den alten Festtermin 6.1. verbleiben: Adoration der Magier, Taufe Jesu, erstes Wunder in Kana

380: 25.12. In Spanien wird Weihnachten gefeiert

381: Konzil von Konstantinopel: Weihnachten wird am 25.12. gefeiert

Ende 4. Jh.: In Oberitalien wird am 25.12. Weihnachten gefeiert

431: Konzil von Ephesus: Maria ist Gottesgebärerin

432: Am 25.12. erfolgt erste Weihnachtspredigt in Alexandria durch Paul von Emesa; Formen des Helios-Kultes werden adaptiert

498: Am 25.12. wird Chlodwig getauft

800: Am 25.12. wird Karl der Große zum Kaiser gekrönt

831: Mainzer Synode: Weihnachtsfest wird

Der Weihnachtsfestkreis – Übersicht:

(Biblische Ereignisse / Liturgisches Feste)

Maria Verkündigung / 25.3. Fest Verkündigung des Herrn

Geburt Johannes des Täufers / 24.6. Fest Johannes des Täufers

Mariä Heimsuchung / 2.7. Fest Mariä Heimsuchung

[10.11. Fest St. Martin]

(bewegliche Feste:) 1.–4. Advent, Quatembertage, Roratemessen

30.11. Fest Apostel Andreas

6.12. Fest St. Nikolaus

Fest der Unbefleckten / 8.12. Fest der Unbefleckten

Empfängnis der Jungfrau Maria / Empfängnis der Jungfrau Maria

13.12. Fest St. Lucia

21.12. Fest Apostel Thomas

Herbergssuche

24.12. Gedenktag für Adam und Eva

Vigil von Weihnachten

Heiliger Abend

Geburt Jesu Christi, Verkündigung an die Hirten, Anbetung der Hirten / 25.12. Weihnachtsfest

26.12. Fest St. Stephanus

27.12. Fest Apostel und Ev. Johannes

Betlehemitischer Kindermord / 28.12. Fest Unschuldige Kinder

29.12. Fest St. Thomas

31.12. Fest St. Silvester

Beschneidung des Herrn / 1.1. Fest der Beschneidung des Herrn

Anbetung der Magier / 6.1. Epiphanie, Dreikönige